Raumfahrt: Satelliten docken im Orbit zur Betriebsverlängerung an

Das US-Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Northrop Grumman hat einen Versorgungssatelliten ins All geschossen und an einen Kommunikationssatelliten angedockt, dem der Treibstoff ausgeht. So soll letzterer fünf weitere Jahre im Einsatz bleiben.

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Künstlerische Darstellung der Annäherung von MEV-1 (r) an IS-901: andocken an einen Satelliten, der dafür nicht konzipiert war
Künstlerische Darstellung der Annäherung von MEV-1 (r) an IS-901: andocken an einen Satelliten, der dafür nicht konzipiert war (Bild: Space Logistics/Northrop Grumman)

Das US-Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Northrop Grumman hat einen Versorgungssatelliten an einen Kommunikationssatelliten in der Erdumlaufbahn angedockt. Ziel ist, seine Laufzeit zu verlängern. Es ist das erste Mal, dass zwei kommerzielle Satelliten im All aneinander andocken.

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Intelsat 901 (IS-901) ist ein Kommunikationssatellit für Fernsehen und Internetdienste. Er wurde im Juni 2001 ins All geschossen und befindet sich in einem geosynchronen Orbit. Nach beinahe 19 Jahren im Einsatz geht ihm langsam der Treibstoff aus. Intelsat begann deshalb 2018, eine Mission zur Verlängerung der Betriebsdauer um fünf Jahre zu planen.

Northrop Grumman baute dafür einen Satelliten, das Mission Extension Vehicle (MEV-1), der am 9. Oktober 2019 startete. Dann dauerte es rund drei Monate, bis er IS-901 erreichte. Diesen hatte Intelsat im Dezember außer Dienst gestellt und ihn in einen knapp 300 Kilometer höheren Orbit transferiert. Eine solche Umlaufbahn wird Friedhofsorbit genannt. Dorthin werden ausrangierte Satelliten transferiert, damit sie aktiven nicht im Weg sind.

In diesem Orbit haben sich die beiden Satelliten getroffen und schließlich angedockt. Im kommenden Monat soll das Gespann dann wieder in den geosynchronen Orbit zurückkehren, damit IS-901 seinen Dienst wieder aufnehmen kann. In den kommenden fünf Jahren übernimmt das MEV die Lageregelung der beiden gekoppelten Satelliten und sorgt dafür, dass sie in ihrem Orbit bleiben.

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Es ist das erste Andockmanöver zweier kommerzieller Satelliten im All, und vor allem sei es das erste Mal, dass ein Satellit ein solches Manöver durchführe, der gar nicht für das Andocken konzipiert war, wie Joe Anderson in einer Pressekonferenz sagte. Er ist Bereichsleiter bei Space Logistics, einem Tochterunternehmen von Northrop Grumman.

In fünf Jahren wird MEV-1 den Kommunikationssatelliten endgültig in den Friedhofsorbit transferieren und dort von ihm abdocken. Anschließend soll er an einen anderen Satelliten andocken. Das MEV ist laut Space Logistics für mehrere An- und Abdockmanöver konzipiert und kann Satelliten insgesamt 15 weitere Betriebsjahre ermöglichen.

Das Projekt ist eine Möglichkeit, gegen Weltraumschrott vorzugehen: Durch die Verlängerung der Betriebsdauer muss der Satellit nicht durch einen neuen ersetzt werden. Space Logistics will noch in diesem Jahr ein zweites MEV starten.

Eine andere Möglichkeit zur Verlängerung der Betreibsdauer ist, einen Satelliten zu betanken. So haben die Raumfahrtagenturen Kanadas und der USA, CSA und Nasa, vor einigen Jahren eine Einrichtung zum Betanken von Satelliten auf der Internationalen Raumstation getestet. Die Nasa bereitet zudem das Auftanken eines Landsat-Satelliten vor.

Update vom 28. Februar 2020, 9:07 Uhr

In der ersten Version stand irrtümlich im Artikel, das MEV werde den Intelsat betanken. Wir haben den Text entsprechend geändert und bitte um Entschuldigung für den Fehler.

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