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Raumfahrt: Russland soll eine Weltraumwaffe getestet haben

War es der Test einer Weltraumwaffe oder eine friedliche Inspektion?
/ Werner Pluta
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Künstlerische Darstellung eines Laser-basierten Satellitenverteidigungssystems: Risiko von mehr Trümmerteilen im Orbit (Bild: US Air Force/Public Domain)
Künstlerische Darstellung eines Laser-basierten Satellitenverteidigungssystems: Risiko von mehr Trümmerteilen im Orbit Bild: US Air Force/Public Domain

Hat Russland einen Waffentest im Weltraum durchgeführt? Großbritannien und die USA haben Russland vorgeworfen, eine Technik getestet zu haben, die Satelliten in der Erdumlaufbahn zerstören könne. Nach russischen Angaben handelte es sich um ein friedliches Manöver.

Am 15. Juli habe ein russischer Satellit ein unbekanntes Objekt in den Weltraum freigesetzt, erklärte die US Space Force, das Objekte im Orbit verfolgt. Bei dem Satelliten mit der Bezeichnung Kosmos 2543 handelt es sich nach russischen Angaben um einen Inspektionssatelliten. Zur fraglichen Zeit habe er einen anderen russischen Satelliten überprüft, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax(öffnet im neuen Fenster) .

Was für ein Objekt wurde freigesetzt?

Interfax lieferte allerdings keine Erklärung über das Objekt, das die US Space Force gesichtet hat. Nach Ansicht der US Space Force sei es ein Projektil gewesen. Das sei ein weiterer Beweis dafür, dass Russland weltraumgestützte Systeme entwickle und teste, sagte John Raymond(öffnet im neuen Fenster) , Leiter des US Space Force, der Weltraum-Teilstreitkraft der USA. Der Test passe zur bekannten russischen Militärdoktrin, Waffen gegen die Weltraumsysteme der USA und ihrer Verbündeten in Stellung zu bringen.

Kritik kam auch aus Großbritannien: Solche Aktionen bedrohten die friedliche Nutzung des Weltraums, sagte Harvey Smyth(öffnet im neuen Fenster) , Leiter der Weltraum-Abteilung des britischen Militärs. Außerdem könnten dadurch Trümmerteile entstehen, die wiederum Satelliten und andere Weltraumsysteme gefährdeten. "Wir fordern Russland auf, weitere solcher Tests zu unterlassen."

Der Satellit Kosmos 2543 sei der US Space Force schon früher in diesem Jahr aufgefallen, sagte Raymond. Er habe in der Nähe eines Satelliten der US-Regierung manövriert. Es sei nicht das erste Mal, dass ein russischer Satellit sich nicht so verhalte, wie es seine erklärte Mission vorsehe. Die betreffenden Satelliten hätten zudem Merkmale weltraumgestützter Waffen.


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