Raumfahrt: Russisches Ende für ISS-Kooperation steht fest
Russlands Raumfahrtbehörde erhöht den Druck auf internationale Partner und bestätigt ein Ende der ISS-Kooperation - ohne ein konkretes Datum.
Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, sagt laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass, dass Russland seine Zusammenarbeit mit anderen Partnern an der Internationalen Raumstation ISS beenden werde. Zuvor gab es immer wieder derartige Drohungen seitens Roskosmos und Rogosin selbst, die dies als Reaktion auf bestehende Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekriegs zurückführen.
"Die Entscheidung ist bereits gefallen, wir sind nicht verpflichtet, darüber öffentlich zu sprechen", zitiert die Tass Rogosin. Und weiter: "Ich kann nur eines sagen: Wir werden unsere Partner pflichtgemäß ein Jahr im Voraus über das Ende der Arbeiten auf der ISS informieren." Ein genaues Datum zum Ende der Kooperation ist damit also weiternin nicht offiziell bekannt.
Laut dem Bericht der Tass betonte Rogosin weiter, dass die Entscheidung über die Zusammenarbeit an der ISS von der russischen Regierung und dem Präsidenten, Wladimir Putin, getroffen werde. Allerdings verpflichtet sich Russland demzufolge bis mindestens 2024 an der ISS zusammenzuarbeiten. Das genaue Datum hänge dabei aber nicht nur vom Verhalten der Weltgemeinschaft ab, sondern auch davon, ob und wann die von Russland selbst geplante eigene Raumstation einsatzbereit sein werde.
Bereits Anfang April hatte Rogosin damit gedroht, die Zusammenarbeit an der ISS zu beenden, sofern die USA und andere westliche Staaten ihre Sanktionen gegen Russland nicht wieder zurücknehmen sollten. Seit Beginn des Ukrainekriegs nutzt Russland die ISS und andere Raumfahrtkooperationen als Pfand gegen mögliche Sanktionen. So drohte etwa Rogosin bereits damit, dass Russland die ISS abstürzen lassen könne. Das DLR hat wegen des Ukrainekriegs seine Kooperation mit Russland beendet, ebenso wie die Esa das Mars-Projekt Exomars.