Raumfahrt: Roskosmos zieht Kosmonauten von SpaceX-Mission ab

Der Kosmonaut Oleg Artemjew ist kurzfristig von der anstehenden Crew-12-Mission ausgeschlossen worden. Die russische Raumfahrbehörde Roskosmos erklärte dazu(öffnet im neuen Fenster) , er werde "auf eine andere Position versetzt" . Recherchen von The Insider(öffnet im neuen Fenster) weisen jedoch auf einen schwerwiegenderen Grund hin.
Laut dem Bericht kam es während eines regulären Trainingsblocks im SpaceX-Hauptquartier im kalifornischen Hawthorne, wo internationale Besatzungsmitglieder auf Missionsabläufe und technische Systeme vorbereitet werden, zu einem Sicherheitsvorfall.
Nach derzeitigem Kenntnisstand steht der Vorgang im Zusammenhang mit den International Traffic in Arms Regulations (ITAR) – einem US-Regelwerk, das den Umgang mit sicherheitsrelevanten Technologien streng kontrolliert und die unbefugte Weitergabe sensibler Informationen verhindern soll.
Artemjew soll mehrfach sein Mobiltelefon genutzt haben, um Aufnahmen von Triebwerkskomponenten und begleitenden technischen Unterlagen anzufertigen. Anschließend soll er sogar versucht haben, das Gelände zu verlassen.
Ein mit dem Vorgang vertrauter Experte bestätigte dem Portal, dass ein Verstoß vorliege und inzwischen ein behördenübergreifendes Ermittlungsverfahren laufe.
Dass Roskosmos den Kosmonauten nur zweieinhalb Monate vor dem Start ohne weitere Erläuterungen aus der Mission nimmt, wertet er als Hinweis darauf, dass der Vorfall intern als ernst eingestuft wird. Es sei schwer vorstellbar, dass ein so erfahrener Raumfahrer ein solches Fehlverhalten unbeabsichtigt begehe, fügte er hinzu.
Ersatzmann übernimmt
Mit Andrei Fedjajew(öffnet im neuen Fenster) rückt ein Ersatzmann in die Crew nach, der bereits Flugerfahrung in der Raumfahrt besitzt. Er war 2023 als Flugingenieur an der ISS-Expedition 69 beteiligt, die er mit der Crew-6-Mission erreichte. Durch seinen Einstieg bleibt der geplante Ablauf erhalten, da Fedjajew mit den Einsatzbedingungen an Bord der ISS bereits vertraut ist.
Die Crew-12-Mission ist als regulärer Flug zur Internationalen Raumstation ausgelegt, bei dem wissenschaftliche Experimente, technische Wartungsarbeiten und der turnusmäßige Austausch der Stationsbesatzung vorgesehen sind. Die Abläufe für solche Einsätze sind seit Jahren etabliert.
Nach aktuellem Stand gibt es also keine Hinweise darauf, dass der Vorfall Auswirkungen auf den Missionsplan hat oder eine Verschiebung notwendig macht. Der Start ist weiterhin für Februar 2026 vorgesehen. Weder die Nasa noch SpaceX äußerten sich bislang zu dem Zwischenfall.