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Endlich da: Komet Tschurjumow-Gerassimenko kurz vor der Ankunft der Sonde Rosetta
Endlich da: Komet Tschurjumow-Gerassimenko kurz vor der Ankunft der Sonde Rosetta (Bild: Esa)

Raumfahrt: Rosetta kommt bei der kosmischen Ente an

Endlich da: Komet Tschurjumow-Gerassimenko kurz vor der Ankunft der Sonde Rosetta
Endlich da: Komet Tschurjumow-Gerassimenko kurz vor der Ankunft der Sonde Rosetta (Bild: Esa)

Er hat schon einen Spitznamen nach einem Loriot-Sketch - und jetzt auch einen Begleiter: Die europäische Raumsonde Rosetta hat am 6. August 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreicht. Im November soll das Landefahrzeug Philae auf dem Kometen aufsetzen.

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Erfolg für die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa): Die Raumsonde Rosetta ist am Ziel. Am Vormittag hat sie den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreicht. Komet und Sonde sind derzeit 404 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Gegen 11.30 Uhr kam die Raumsonde bei dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko an und schwenkte mit einem Annäherungsmanöver in eine Umlaufbahn ein. Die insgesamt zehn Manöver, die im Mai begonnen hatten, dienten dazu, Rosettas Flugbahn und Geschwindigkeit der Flugbahn und der Geschwindigkeit des Kometen anzupassen.

Dreiecksbahn um Tschurjumow-Gerassimenko

Rosetta ist jetzt etwa 100 Kilometer von Tschurjumow-Gerassimenko entfernt. In dieser Entfernung wird sie den Kometen in einer Dreiecksbahn umfliegen und kartieren. Ziel ist es, einen geeigneten Landeplatz für Philae zu finden. Das Landefahrzeug soll im Herbst auf Tschurjumow-Gerassimenko aufsetzen.

In etwa zwei bis drei Wochen wird Rosetta sich dem Kometen weiter nähern und eine Dreiecksbahn in etwa 50 bis 70 Kilometern Entfernung einnehmen. Danach soll sie in eine Kreisbahn etwa 30 Kilometer über der Kometenoberfläche einschwenken. Das wird voraussichtlich im September geschehen. Wenn die Aktivität des Kometen es zulasse, werde Rosetta sich Tschurjumow-Gerassimenko sogar noch weiter nähern, erklärt die Esa.

Kosmische Gummiente

Schon bei der Annäherung hatte Rosetta einige spektakuläre Bilder des Kometen geliefert. Dabei zeigte sich, dass der Komet, der zunächst wie eine Kartoffel aussah, tatsächlich mehr einer Gummiente ähnelt - was ihm bei den Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt den Spitznamen Müller-Lüdenscheid eingebracht hat: Der Komentenkern besteht aus zwei Teilen - Körper und Kopf -, die durch eine Art Hals miteinander verbunden sind.

  • Künstlerische Darstellung von Rosetta im Anflug auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (Bild: ESA/ATG medialab; Komet: ESA/Rosetta/NAVCAM)
  • Angekommen! Das erste Signal von Rosetta nach der Ankunft beim Kometen erreicht die Erde. (Foto: Esa)
  • Schon im Anflug hatte Rosetta Bilder des Kometen geliefert... (Foto: ESA/Rosetta/NAVCAM)
  • ... - wie diese beiden, die am 2. August 2014 entstanden. (Foto: ESA/Rosetta/NAVCAM)
  • Dieses Bild, entstanden ebenfalls am 2. August 2014, wurde mit einer Belichtungszeit von 330 Sekunden aufgenommen und zeigt die Aktivität des Himmelskörpers. (Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • Tschurjumow-Gerasimenko am 3. August 2014 aus 285 Kilometern Entfernung. Die Auflösung beträgt 5,3 Meter pro Pixel.(Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • Am 6. August 2014, kurz nach der Ankunft beim Kometen, ... (Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • ... hat Rosetta diese beiden Bilder von dessen Oberfläche zur Erde gesendet.  (Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
Künstlerische Darstellung von Rosetta im Anflug auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (Bild: ESA/ATG medialab; Komet: ESA/Rosetta/NAVCAM)

Ziel der Rosetta-Mission ist es, den Kometen zu umkreisen, ihn zu begleiten, wenn er die Sonne passiert und dabei Daten zu sammeln. Die Sonde soll seine Schwerkraft, Masse und Form bestimmen sowie die Gas- und Staubatmosphäre des Kometen, die Koma, analysieren. Es wird angenommen, dass sich der Komet seit seiner Entstehung weniger verändert hat als andere Himmelskörper. Forscher erhoffen sich deshalb von den Daten Aufschluss über die Frühzeit unseres Sonnensystems.

Philae-Landung im November

Der Höhepunkt der Mission ist für den 11. November geplant, wenn das Landefahrzeug Philae abgetrennt wird und auf der Oberfläche des Kometen landen soll. Es wird das erste Mal sein, dass eine Sonde kontrolliert auf einem Kometen landet. Philae soll sich mit Eisschrauben und Harpunen auf dem Kometen festkrallen und dann hochauflösende Bilder von dessen Oberfläche aufnehmen sowie Proben nehmen.

  • Im November soll der Lander Philae von Rosetta auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko abgesetzt werden. (Grafik: C. Carreau/ATG Medialab/Esa)
  • Rosetta vor dem Start (Foto: A. Van der Geest/Esa)
  • Rosettas Weg durch das Sonnensystem: Sie passierte unter anderem dreimal die Erde, einmal den Mars und durchquerte zweimal den Asteroidengürtel. (Grafik: C. Carreau/Esa)
Im November soll der Lander Philae von Rosetta auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko abgesetzt werden. (Grafik: C. Carreau/ATG Medialab/Esa)

Rosetta wird den Kometen noch das kommende Jahr über begleiten. Sie soll auch dabei sein, wenn Tschurjumow-Gerassimenko im August 2015 seinen sonnennächsten Punkt erreicht. Er wird die Sonne in einer Entfernung von etwa 185 Millionen Kilometern, zwischen den Umlaufbahnen von Erde und Mars, passieren.

Beschleunigt von Erde und Mars

Rosetta war am 2. März 2004 vom Raketenstartplatz Kourou im französischen Überseedepartement Französisch-Guayana aus gestartet. Auf dem Weg zu dem Kometen nutzte die Sonde Vorbeiflüge an Planeten zur Beschleunigung: Drei Mal sorgte die Erde für Schub und einmal den Mars. Zudem durchquerte sie zweimal den Asteroidengürtel und lieferte dabei Bilder von zwei Asteroiden.

Einen Teil der 10 Jahre, 5 Monate und 4 Tage langen Reise hat Rosetta im Tiefschlaf verbracht. Seit Juni 2011 war sie so weit von der Sonne entfernt, dass die Solarzellen kaum noch elektrische Energie produzierten. Die wenige Energie reichte nur, um die Systeme so zu beheizen, dass sie die Kälte im interplanetarischen Raum überstehen. Die Systeme wurden deshalb in einen Standby-Modus versetzt. Im Januar hatte die Esa ihre Sonde aus ihrem zweieinhalbjährigen, interplanetaren Tiefschlaf geweckt.


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PanicMan 08. Aug 2014

Warum nicht Kreisbahnen? Also wenn ich so ein Manöver in KSP versuchen würde, müsste ich...

AndyMt 07. Aug 2014

+1 Ich denke er hat sich schnell mal am "IT-News für Profis" orientiert und hat das...



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