Raumfahrt: Rocketlab geht an die Börse und baut große Neutron-Rakete

Das "kleine SpaceX" will größere Raketen bauen. Außer Satelliten-Konstellationen und Raumsonden hofft die Firma, auch Menschen ins Weltall zu bringen.

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Die Electron sieht nur mit Teleobjektiv wie eine große Rakete aus, die Neutron soll es auch ohne sein.
Die Electron sieht nur mit Teleobjektiv wie eine große Rakete aus, die Neutron soll es auch ohne sein. (Bild: Rocketlab)

Zurzeit baut Rocketlab die kleinsten Raketen der Welt. Aber mit einem Börsengang sollen die Raketen nun ein paar Nummern größer werden. Dazu soll eine Blankoscheck-Aktiengesellschaft namens Vector Acquisition Corporation, eine sogenannte SPAC, mit Rocketlab im zweiten Quartal 2021 fusionieren und so an die Börse bringen. Der Börsengang soll dem Unternehmen 470 Millionen US-Dollar mehr verfügbares Kapital bringen, insgesamt rund 750 Millionen. Dabei bleiben 82 Prozent der Unternehmensanteile bei den bisherigen Anteilshabern von Rocketlab.

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Mit dem eingenommenen Geld soll eine größere Rakete entwickelt werden und das Geschäft mit der kleinen Electron-Rakete und der Photon-Oberstufe weiter ausgebaut werden und 2024 mehr Einnahmen als Ausgaben bringen. Die Photon kann als eigener Satellit fungieren, für den Kunden nur noch die Nutzlast bereitstellen müssen, ohne sich um den Rest der Satellitenentwicklung kümmern zu müssen. Rocketlab verkauft die Satellitenbauteile allerdings auch einzeln. Das Geschäftsfeld soll ab 2023 fast die Hälfte des Umsatzes einbringen.

Die 40 m große Neutron-Rakete soll wiederverwendbar sein, 8.000 kg Nutzlast in 1.000 km hohe Erdorbits und 1.500 kg zu Venus oder Mars bringen können. Sie wäre eine vielseitige Rakete und soll auch für den Start von Astronauten qualifiziert werden. Damit wäre sie gut vergleichbar mit der russischen Sojus-Rakete. Die Hauptaufgabe sieht Rocketlab im Aufbau von Satellitenkonstellationen und zeigt das Beispiel der Lightspeed Konstellation von Telesat, aber auch in der Versorgung von Raumstationen wie der ISS im niedrigen Erdorbit.

Entwicklung kostet nur 200 Millionen Dollar

Die Wiederverwendung erfolgt "konventionell" mit Landebeinen und den Triebwerken - die kleine Electron soll am Fallschirm zur Erde gleiten und mit Helikopter aufgefangen werden. Als Treibstoff soll wieder Kerosin zum Einsatz kommen. Eine Abbildung auf der Webseite lässt fünf Triebwerke in der ersten Stufe vermuten. Details werden aber noch nicht genannt, ebenso wenig wie Startpreise.

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Die Entwicklungkosten für die Neutron mit 8.000 kg Nutzlast schätzt die Firma auf 200 Millionen US-Dollar, bei der Electron mit 200 kg Nutzlast waren es 100 Millionen US-Dollar. Die Entwicklung der Launcher One von Virgin Orbit mit 300 kg Nutzlast kostete rund eine Milliarde US-Dollar. Die Ariane 6 hat, je nach Variante, 10.350 bis 21.650 kg Nutzlast und kostet umgerechnet über 4 Milliarden US-Dollar in der Entwicklung.

Mars: Der rote Planet zum Greifen nah

Mit der Entwicklung der Neutron hat Firmengründer Peter Beck gleich zwei Versprechen auf einmal gebrochen: "Wir werden keine Wiederverwendbaren Raketen entwickeln und auch keine größeren Raketen, oder ich esse meinen Hut." Diese englische Redensart nahm er wörtlich und aß vor laufender Kamera einige Schnipsel seiner geschredderten Baseball-Kappe aus einem Cocktailglas.

Der erste Flug der Neutron-Rakete ist für 2024 vorgesehen. Neben SpaceX ist Rocketlab mit 16 erfolgreichen Raketenstarts derzeit die einzige in der Raumfahrt erfahrene reine Privatfirma in der Raketenentwicklung.

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TrollNo1 02. Mär 2021

Gestern noch die graue Theorie, was ein SPAC ist. Heute schon das Beispiel aus dem Leben...

TomTomTomTom 01. Mär 2021

Wäre es nicht Rocketlab könnte man auf die Idee kommen man möchte hier noch schnell im...



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