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Raumfahrt: Raketentest nominell fehlgeschlagen

Beim Test des Haupttriebwerks der neuen Omega-Rakete ist die Raketendüse zerbrochen und wurde in Trümmern davongeschleudert. Das Unternehmen sprach von einem "Erfolg mit einer Beobachtung".
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Die lodernden Flammen am Ende des Tests sind normal, die fehlende Raketendüse nicht. (Bild: Northrop-Grumman / Screenshot (Golem.de))
Die lodernden Flammen am Ende des Tests sind normal, die fehlende Raketendüse nicht. Bild: Northrop-Grumman / Screenshot (Golem.de)

Northrop-Grumman hat am Donnerstag das Haupttriebwerk der neuen Omega-Rakete getestet. Etwa 120 Sekunden nach Testbeginn zerplatzte die steuerbare Raketendüse und wurde in Trümmerteilen auf dem Teststand verteilt. In einem Tweet(öffnet im neuen Fenster) bezeichnete das Unternehmen den Test als Erfolg "mit einer Beobachtung kurz vor Ende".

Die Omega-Rakete gehört zu den drei Raketen, die derzeit von der US Air Force gefördert werden, um künftig Militärsatelliten in den Orbit zu befördern. Ihre Entwicklung wird mit knapp einer Milliarde US-Dollar gefördert.

Kent Rominger, Vizepräsident für strategische Programme und Antriebssysteme bei Northrop-Grumman, sagte auf einer Pressekonferenz im Anschluss, die Düse des Castor-600 Haupttriebwerks habe "etwas Merkwürdiges getan". Das Unternehmen vermied nicht nur Begriffe wie Fehler, Versagen oder Fehlschlag, sondern auch den üblichen Euphemismus der Anomalie. Auf der Nasa-Webseite(öffnet im neuen Fenster) werden hingegen schon weniger schwerwiegende Ereignisse, wie etwa verformte Düsen, als Fehlschlag bezeichnet.

Eine typische Ursache für das Versagen der Düse eines Feststoffboosters ist, dass Teile des festen Treibstoffs unverbrannt abgetragen werden und vorübergehend die Düse blockieren. Der Verlust der Düse führt neben einem Leistungsabfall auch zum Verlust der Steuerung und somit der Kontrolle über die Rakete. Eine längere Blockierung der Düsenöffnung,(öffnet im neuen Fenster) selbst wenn die Öffnung nur zum Teil blockiert ist, kann zu Überdruck im Booster und einer Explosion des Triebwerks führen.

NGIS OmegA Test der ersten Stufe (Nasa)
NGIS OmegA Test der ersten Stufe (Nasa) (03:40)

Das Castor-600-Triebwerk ist direkt von den Feststoffboostern des Space Shuttle und der Schwerlastrakete SLS abgeleitet. Bei ihm wurden nur zwei aneinandergesetzte Segmente verwendet. Beim Space Shuttle waren es vier Segmente, bei SLS werden es fünf sein. Bei der Düse soll es sich allerdings um "eine kommerziellere Variante" handeln, die sich von denen der SLS Rakete unterscheidet.

Als mögliche Erklärung für die Fehlfunktion gab Rominger bei der Pressekonferenz zu bedenken, dass der Booster bei dem Test auf 90 Grad aufheizt wurde, wodurch der Treibstoff etwas mehr Schub und Druck entwickelt. In Analogie zu den Tests der SLS Triebwerke(öffnet im neuen Fenster) dürfte es sich dabei um Grad Fahrenheit gehandelt haben, also rund 32 Grad Celsius. Es ist das obere Ende des erlaubten Temperaturbereichs zwischen 4 und 32 Grad Celsius.

Stream des OmegA Triebwerkstests der ersten Stufe
Stream des OmegA Triebwerkstests der ersten Stufe (33:22)

Im September plant Northrop-Grumman den Test eines Castor-300-Triebwerks aus nur einem Segment, das in der Rakete als zweite Stufe zum Einsatz kommen soll. Später ist außerdem die Entwicklung eines Castor-1200-Triebwerks mit vier Segmenten geplant, für eine Schwerlastvariante der Omega. Als dritte Stufe kommt eine Variante der Centaur-Oberstufe mit wasserstoffbetriebenem RL-10-Triebwerk zum Einsatz, die bereits seit den 60er Jahren verwendet wird.


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