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Raumfahrt: Planetary Resources will Edelmetalle auf Asteroiden schürfen

Edelmetalle auf Asteroiden schürfen – was wie Science-Fiction klingt, will das Unternehmen Planetary Resources in den nächsten Jahrzehnten Realität werden lassen. In zwei Jahren soll ein Weltraumteleskop starten, das nach geeigneten Kandidaten sucht.
/ Werner Pluta
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Asteroid Vesta: Platin, andere Edelmetalle und Wasser (Bild: Nasa)
Asteroid Vesta: Platin, andere Edelmetalle und Wasser Bild: Nasa

Asteroiden werden gern als Gefahr dargestellt – nicht ganz zu Unrecht: So manches Geschoss aus dem All hat schließlich unseren Planeten getroffen und große Verwüstung angerichtet. Planetary Resources(öffnet im neuen Fenster) betont einen anderen Aspekt: Asteroiden seien die Rohstoffquelle der Zukunft und das US-Unternehmen wolle diese abbauen.

Planetary Ressources plant Asteroiden auszubeuten
Planetary Ressources plant Asteroiden auszubeuten (03:13)

Bisher seien Asteroiden in erster Linie daraufhin untersucht worden, ob sie eine Gefahr für die Erde darstellten, erklärt Tom Jones. Der Planetenforscher und ehemalige Nasa-Astronaut ist einer der wissenschaftlichen Berater von Planet Resources. Die meisten seien aber gar keine Bedrohung, sondern bergen immense Chancen. Das Unternehmen glaubt, auf diese Weise einen Beitrag zum Weltsozialprodukt in Höhe eines zweistelligen Milliarden-US-Dollar-Betrags leisten zu können.

Fast 9.000 Asteroiden

Planetary Resources will zunächst die Asteroiden in der Nähe der Erde orten, sie vermessen und untersuchen, um herauszufinden, welche die besten Lagerstätten bieten. Allein das ist schon eine Aufgabe: Knapp 9.000 erdnahe Asteroiden seien bekannt. Davon seien 1.500 so nahe, dass sie mit dem gleichen Energieaufwand erreicht werden könnten wie eine Expedition zum Mond.

Dazu will das Unternehmen zunächst ein eigenes Weltraumteleskop ins All schießen, mit dem die Asteroiden beobachtet werden sollen. Vielversprechende Objekte sollen dann von Raumsonden erkundet werden.

Rohstoffe abbauen...

Schließlich will das Unternehmen Techniken entwickeln, um dort Rohstoffe auszubeuten. Wie das gehen soll, ist allerdings noch nicht klar: Ein konventioneller Abbau wie auf der Erde dürfte sich aufgrund der fehlenden Schwerkraft eher schwierig gestalten: Eine Abbauvorrichtung mit einer Schaufel würde sich ziemlich sicher durch den Rückstoß in den Weltraum hinauskatapultieren, wenn sie nicht fest mit dem Asteroiden verbunden ist.

Um dieses Problem zu umgehen, hat die Nasa für die Kometenforschung eine Harpune entwickelt . Allerdings will die US-Weltraumbehörde nur Bodenproben von dem Kometen nehmen und nicht darauf nach Rohstoffen schürfen.

... und abtransportieren

Sind die Bodenschätze abgebaut, sollen sie in Richtung Erde transportiert werden. Dabei scheint das Unternehmen allerdings weniger daran zu denken, diese auf den Planeten herunterzubringen. Sie sollten zu einem Treibstoffdepot, das die Erde umkreist, oder zu einem anderen Ort im Sonnensystem gebracht werden, erklärt Planetary Resources(öffnet im neuen Fenster) .

Die Weltraumbergleute wollen in erster Linie Edelmetalle auf den kleinen Himmelskörpern abbauen. Ein einziger 500 Meter großer Asteroid könnte ihrer Ansicht nach mehr Platin enthalten, als bis heute auf der Erde abgebaut worden ist. Daneben wollen sie Ruthenium, Rhodium, Palladium oder Osmium ausbeuten. Schließlich wollen sie Wasser auf den Asteroiden finden. Das solle Flüge zu anderen Planeten in unserem Sonnensystem ermöglichen.

Weltraumteleskop und Raumsonden

Die nötigen Raumfahrzeuge(öffnet im neuen Fenster) für die Ausbeutung der Himmelskörper will Planetary Resources selbst entwickeln – das Unternehmen ist aus dem Weltraumunternehmen Arkyd Astronautics(öffnet im neuen Fenster) hervorgegangen, das seit 2010 existiert. Die Pläne sind ehrgeizig: 2014 bereits soll das Weltraumteleskop Leo(öffnet im neuen Fenster) starten. In etwa zehn Jahren will das Unternehmen jene Asteroiden identifiziert haben, auf denen sich der Abbau von Bodenschätzen lohnt.

Hinter dem Unternehmen stehen eine Reihe bekannter Namen: Einer der Gründer ist Peter Diamandis, der Vorsitzende der X-Prize-Foundation. Zu den Investoren zählen Google-Gründer Larry Page sowie Eric Schmidt, ehemals Chef des Internetunternehmens, Charles Simonyi, Gründer von Microsoft Research und des Softwareunternehmens Intentional Software, sowie Ross Perot Jr., Sohn des US-Industriellen und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. Ein weiterer wissenschaftlicher Berater ist Regisseur James Cameron. Im Vorstand sitzen Chris Lewicki und Chris Voorhees, die beide an Marsprojekten der Nasa mitgearbeitet haben.


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