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Raumfahrt: Pläne für Mondbegräbnis ziehen Zorn der Navajo auf sich

Die Pläne privater Raumfahrtunternehmen, menschliche Überreste zur Mondoberfläche zu transportieren, um sie dort zu bestatten, hat bei den Navajo Empörung hervorgerufen.
/ Andreas Donath
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Astrobotics Peregrine-Lander (Bild: Astrobotic)
Astrobotics Peregrine-Lander Bild: Astrobotic

Nur wenige Tage vor dem geplanten Start einer Rakete mit der Asche von mehr als 60 Menschen fordern Anführer der Navajo(öffnet im neuen Fenster) , einem indigenen Volk in den USA, die Mission zu stoppen, weil sie die Nutzung des Mondes als Friedhof für kulturell unangemessen und beleidigend halten. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN.(öffnet im neuen Fenster)

Vor dem für den 9. Januar 2024 angesetzten ersten Start der neuen Vulcan-Centaur-Rakete(öffnet im neuen Fenster) der United Launch Alliance kommt es zu Spannungen zwischen den beteiligten Unternehmen und den Repräsentanten der amerikanischen Ureinwohner.

Die Mission soll das erste amerikanische Raumschiff sein, das seit dem Apollo-Programm auf dem Mond landet. Mitglieder der Navajo argumentieren jedoch, dass damit ein Himmelskörper entweiht werden könnte, der in ihrer Kultur eine tiefe spirituelle Bedeutung hat.

"Der Mond hat einen heiligen Platz in der Navajo-Kosmologie" , sagte der Präsident der Nation, Buu Nygren. "Die Vorstellung, dass er ein Ort für die Beisetzung menschlicher Asche sein könnte, ist für unser Volk und viele andere zutiefst beunruhigend."

Bestattungsunternehmen weist Vorwürfe der Schändung zurück

An der ungewöhnlichen Bestattung sind Elysium Space, Celestis(öffnet im neuen Fenster) und Astrobotic beteiligt.

Führungskräfte des Unternehmens Elysium Space lehnten es laut CNN ab, die Angelegenheit zu kommentieren, während Celestis-CEO Charles Chafer die Kritik zurückwies. "Wir weisen jede Behauptung zurück, dass diese Gedenkmission den Mond entweiht" , sagte Chafer gegenüber CNN. "So wie es überall auf der Erde Gedenkstätten für Verstorbene gibt, ohne dass dies eine Entweihung ist, wird unsere Mond-Gedenkstätte eine berührende Feier des Lebens sein."

Auch John Thornton, CEO von Astrobotic Technology(öffnet im neuen Fenster) , verteidigte die Mission, gab aber zu, dass er es bedauere, dass die Bedenken nicht früher geäußert worden seien. "Ich hätte dieses Gespräch gerne schon vor langer Zeit geführt" , sagte Thornton. "Wir haben diese Art von Nutzlasten schon vor Jahren angekündigt."

Treffen im Weißen Haus bringt wenig Hoffnung

Ein eilig einberufenes Treffen zwischen Raumfahrtunternehmen, Bundesbehörden wie der Nasa und Navajo-Vertretern am 6. Januar im Weißen Haus schien nichts am Zeitplan für den Start ändern zu können. Wenn es nicht zu einer unvorhergesehenen Verzögerung kommt, wird die Rakete am 9. Januar 2024 mit den menschlichen Überresten an Bord abheben.


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