Raumfahrt: Oneweb Satelliten starten mit indischen Raketen

Die Satelliten sollten eigentlich von Arianespace mit russischen Sojus Raketen starten, nun wird Indien einen Teil der Starts übernehmen.

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Die GLSV-Trägerrakete auf dem Weg zur Startrampe.
Die GLSV-Trägerrakete auf dem Weg zur Startrampe. (Bild: OneWeb / Screenshot: Golem.de)

Der erste Start von Oneweb Satelliten mit einer indischen GSLV Mk III Rakete steht bevor, das bestätigte der Konzern auf Twitter. Der Start ist für den 22. Oktober 2022 um 20:37 mitteleuropäischer Zeit geplant.

Eigentlich wollte Oneweb die 648 Satelliten der Konstellation fast ausschließlich mit Arianespace und russischen Sojus Raketen in Kasachstan starten. Aber nach der russischen Invasion in der Ukraine wurden die Geschäftsverbindungen abgebrochen und nach Alternativen für die sechs ausstehenden Starts gesucht. Aufträge für drei Starts gingen an den Konkurrenten SpaceX, zwei weitere sollen nun durch die indischen Raketen erfolgen.

Obwohl die Falcon 9 etwa die doppelte Nutzlast der Sojus hat, können nicht alle Satelliten mit nur drei Raketen gestartet werden, da sie in unterschiedlichen Orbits ausgesetzt werden müssen. Nachdem Oneweb von einem Britisch-Indischen Konzern aufgekauft wurde, überrascht die Wahl der indischen Raketen nicht. Aber viele Alternativen hatte Oneweb bei der Suche nach weiteren Raketen ohnehin nicht.

Fast alle Anbieter größerer Raketen in Amerika, Europa und Japan haben den Bau ihrer alten Modelle wie der Ariane 5, Atlas V, Antares und H-II beendet. Es sind zwar Nachfolger und völlig neue Raketen wie die Ariane 6, Vulcan, H-3 und New Glenn in der Entwicklung. Sie alle sollten bereits 2019 oder 2020 starten, aber geflogen ist noch keine der Raketen.

Wichtiger Auftrag für die indische Raumfahrt

Indien betreibt seit langem ein erfolgreiches Raumfahrtprogramm. Die große GSLV Mk III (Geosynchronous Satellite Launch Vehicle) wurde zwar ursprünglich für den Start geostationärer Satelliten und Raumsonden wie Chandrayaan 2 entwickelt, kann aber auch Onewebs Satellitenkonstellation in den niedrigen Erdorbit bringen.

Die GSLV Mk III ist etwas leistungsfähiger als die Sojus Rakete und am ehesten mit der alten Ariane 4 vergleichbar. Die Vikas Haupttriebwerke der GSLV wurden sogar von den französischen Viking Triebwerken der Ariane abgeleitet. Die Startpreise pro Flug sollen mit rund 54 Millionen Euro vergleichbar mit denen einer Falcon 9 sein, allerdings sind keine Details der Startverträge bekannt und diese Kosten beziehen sich auf einen staatlichen Auftrag zum Bau von zehn Raketen.

Für die indische Raumfahrtorganisation ISRO ist der Start besonders wichtig. Es ist der erste internationale Auftrag für die indische Schwerlastrakete.

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