Raumfahrt: New Yorker Unternehmen entwickelt günstigen Raumanzug
Private Raumfahrtunternehmen wie SpaceX(öffnet im neuen Fenster) oder Orbital Sciences(öffnet im neuen Fenster) wollen künftig bemannte Raumfahrzeuge ins All schießen. Final Frontier Design(öffnet im neuen Fenster) (FFD) will die Raumfahrer entsprechend ausstatten: Das New Yorker Unternehmen hat einen leichten und kostengünstigen Raumanzug entwickelt.

Der von FFD entwickelte Anzug ist für sogenannte Intra-Vehicular Activity (IVA) konzipiert. Die Astronauten tragen einen solchen Anzug beim Start und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Er soll bei einem Notfall, etwa bei Druckverlust, das Überleben des Trägers sichern. Für Weltraumspaziergänge – Extra-Vehicular Activity (EVA) – hingegen ist er nicht geeignet. Der Anzug soll den Vorgaben der US-Weltraumbehörde Nasa entsprechen. Er soll aber deutlich günstiger sein als jene, die die Nasa derzeit verwendet. Außerdem sei er mobiler und leichter, sagt Entwickler Ted Southern.
Anzug für IVA
Derzeit arbeiten die beiden Entwickler am FFD-Raumanzug der dritten Generation (3G-Suit), der ein wenig aussieht, als habe man das Bibendum(öffnet im neuen Fenster), das Maskottchen des französischen Reifenherstellers Michelin, in einen Latexanzug aus einem "Ü-18-Geschäft" gesteckt. Der Anzug unterscheide sich von seinem Vorgänger, dem 2G-Suit, dadurch, dass er für einen höheren Betriebsdruck konzipiert, der Helm abnehmbar sei, durch die Verwendung anderer Materialien sowie durch verbesserte Handschuhe. Den 2G-Suit gibt es laut FFD seit Ende 2011. Der 3G-Suit soll noch in diesem Jahr fertiggestellt und dann von der Nasa zertifiziert werden.
Kostüme und Raumanzüge
Hinter FFD stecken Ted Southern und Nikolai Moiseev. Letzterer hat nach eigenen Angaben mehr als 20 Jahre Erfahrung im Entwickeln von Raumanzügen – für die russische Raumfahrtagentur ebenso wie für die europäische Esa und die Nasa. Southern ist Künstler und Erfinder, er entwickelt Kostüme für Filme. Die beiden haben schon einen Astronautenhandschuh entwickelt, mit dem sie 2009 beim von der Nasa ausgeschriebenen Wettbewerb Astronaut Glove Challenge(öffnet im neuen Fenster) den zweiten Platz belegten.
Moiseev und Southern haben ihr Projekt auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter eingestellt(öffnet im neuen Fenster). Sie wollen das Geld einwerben, das sie brauchen, um den 3G-Suit fertigzustellen. 20.000 US-Dollar wollen sie bis zum 15. Juli sammeln. Derzeit sieht es aber nicht so gut für die beiden aus: Anderthalb Wochen vor Ablauf des Projekts haben sie gerade mal 6.300 US-Dollar zugesagt bekommen.
T-Shirt oder Pilotenstatue
Spendern bietet FFD verschiedene Belohnungen an – je nach Höhe des Betrages: Für 10 US-Dollar etwa gibt es einen Aufnäher, für 40 US-Dollar noch ein T-Shirt. Wer 70 US-Dollar spendet, erhält eine kleine Gipsstatue eines Astronauten in der Haltung, die er beim Start des Raumschiffs einnimmt.
Ab 3.000 US-Doller erhalten Spender Teile des Raumanzuges, etwa einen Helm oder einen Handschuh. Einen kompletten Raumanzug gibt es bei einer Spende von 10.000 US-Dollar. Jegliche Ausstattung für die Raumfahrt unterliege jedoch der US-Regelung des internationalen Waffenhandels (International Traffic in Arms Regulations, ITAR), betont FFD. Deshalb müsste der Käufer schon US-Bürger sein. Eine Ausfuhr in andere Länder sei "stark eingeschränkt".
Nachtrag vom 9. Juli 2012, 16:15 Uhr
Inzwischen hat FFD sein Ziel erreicht: Sechs Tage vor Ende der Kickstarter-Aktion sind Zusagen in Höhe von knapp 22.000 US-Dollar eingegangen. Darunter ist eine Spende von mindestens 10.000 US-Dollar, für die es als Belohnung einen kompletten Raumanzug gibt.
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