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Raumfahrt: Neue Rekorde bei Falcon 9 und Verzweiflung bei Ariane 6

Zum sechsten Mal flog heute die erste Stufe einer Falcon 9. Ariane-6-Hersteller befürchten derweil "bittere unternehmerische Entscheidungen".

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Start einer Falcon 9 Rakete, hier mit dem Crew Dragon an der Spitze.
Start einer Falcon 9 Rakete, hier mit dem Crew Dragon an der Spitze. (Bild: SpaceX)

Schon fünf Mal ist die Raketenstufe B1049 ins Weltall geflogen. Seit September 2018 half die Raketenstufe dabei, den geostationären Satelliten Telstar 18V Vantage und 10 Iridium-Satelliten in den Orbit zu bringen. Mit ihr startete das erste Paket von 60 Starlink-Satelliten und zwei weitere mit 120 Satelliten. Heute steht die Rakete mit 58 Starlink- und 3 Skysat-Erdbeobachtungssatelliten wieder auf der Startrampe. Der Start fand pünktlich um 16:31 mitteleuropäischer Zeit statt. Er endete mit einer erfolgreichen sechsten Landung der Raketenstufe und dem Aussetzen der ersten Satelliten.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: Neue Rekorde bei Falcon 9 und Verzweiflung bei Ariane 6
  2. Ariane 6 hat Anschluss an die Entwicklung völlig verpasst

Zur selben Zeit macht auch die Entwicklung des Raptor-Triebwerks für das Starship weitere Fortschritte. Es lief erstmals erfolgreich mit einem Brennkammerdruck von 330 bar, also 10 Prozent mehr als der für reguläre Flüge vorgesehene Druck. Der Schub reicht, um 275 Tonnen von der Erde abheben zu lassen statt nur 250 Tonnen, bei etwas weniger Treibstoffverbrauch.

Zur gleichen Zeit macht sich bei europäischen Raumfahrtfirmen Alarmstimmung breit. In einer Pressemeldung des Ariane-6-Zulieferers MT Aerospace, ein Tochterunternehmen von OHB, ist von einer schwierigen Lage und bevorstehenden "bitteren unternehmerischen Entscheidungen" zu lesen, falls die neue Ariane 6 nicht noch mehr finanzielle Unterstützung von den Staaten bekäme. Nur so wäre der politisch notwendige Zugang zum All zu sichern. Wertvolles Know-how aus vergangenen Jahrzehnten stünde in der Gefahr, verloren zu gehen. Die Situation sei dramatisch.

Zu wenige Satelliten für eine zu teure Ariane 6

Diese Zuspitzung der Situation ist real, war aber seit der Bekanntgabe der neuen Ariane 6 im Jahr 2015 absehbar. Trotz weniger technischer Änderungen und Beibehaltung der über ganz Europa verteilten Produktion sollten die Startkosten um die Hälfte sinken, auf 85 Millionen Euro für die große Ariane 64 und 65 Millionen für die kleine Ariane 62. Obwohl die Ariane 5 nur sechs Mal pro Jahr flog, wurde von einem Bedarf für 10 bis 12 Starts mit der Ariane 6 ausgegangen. Inzwischen stiegen die Kosten pro Start auf über 120 Millionen Euro und das Geschäftsmodell brach zusammen. Das ist ein Problem, denn die Europäische Raumfahrt wurde bislang immer mit Einnahmen aus kommerziellen Starts querfinanziert.

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Doch der neueste Start einer Ariane 5 am Wochenende zeigt das Problem. Drei Satelliten für den geostationären Orbit waren an Bord. Darunter war auch ein zweites Mission Extension Vehicle, ein kleiner Satellit, der an einen alten Satelliten mit zu geringen Treibstoffreserven im Orbit andocken soll. Der Trend ist allgemein, statt neue große Satelliten zu starten, die alten immer länger zu betreiben. Immer öfter auch weit über die geplante Lebensdauer hinaus.

Die Starlink-Konstellation und andere Satelliten im niedrigen Erdorbit, wie Oneweb, sind durch niedrigere Latenzzeiten viel attraktiver als geostationäre Satelliten geworden. Gleichzeitig sanken die Startpreise von Satelliten seit 2015, dank der wiederverwendbaren Raketenstufen von SpaceX, um die Hälfte. Für die Ariane 6 seien nur noch 4 bis 5 Starts pro Jahr durch staatliche Auftraggeber zu erwarten. Das aber auch nur, weil zuletzt der Start staatlicher Missionen in der Esa durch andere Raketen untersagt wurde. Weniger Starts bedeuten aber auch höhere Startkosten, weil Löhne und Unterhalt der Produktions- und Startanlagen auch ohne Raketenstarts ständig Kosten verursachen. Gleichzeitig bedeuten höhere Startkosten weniger Konkurrenzfähigkeit und damit noch weniger Starts.

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Ariane 6 hat Anschluss an die Entwicklung völlig verpasst 
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John2k 20. Aug 2020

Das ist Irrglaube. Das Co2 in der Atmosphäre kann wieder in Kraftstoffe umgewandelt...

senf.dazu 19. Aug 2020

Wußte gar nicht das Musk Wissenschaftler ist ;)

bofhl 19. Aug 2020

Stimmt so nicht! SpaceX hat auch zig Niederlassung - um genau zu sein entweder direkt...

bofhl 19. Aug 2020

Es arbeiten sehr wohl Nicht-US-Bürger bei SpaceX! Nur im militär. Sektor (in Texas...

bofhl 19. Aug 2020

Das "Problem" damit dürfte aber sein, dass SpaceX einen anderen Ansatz bei der...


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