Ariane 6 hat Anschluss an die Entwicklung völlig verpasst

Ein Ausweg aus der Misere ist ohne massive Reformen oder eine vollständige Neuaufstellung der europäischen Raumfahrt kaum mehr zu erwarten, obwohl ein Programm zur Entwicklung wiederverwendbarer Raketen in Europa existiert. Seit 2015, als SpaceX die ersten Raketenstufen erfolgreich landete, wird mit Callisto eine kleine, weniger als 4 Tonnen schwere Rakete entwickelt, die im Modellmaßstab senkrechte Starts und Landungen wie bei der Falcon 9 demonstrieren soll.

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Aber das Entwicklungsprogramm wurde verschleppt und bekam keine nennenswerte Unterstützung. Erste Flüge waren eigentlich für 2019 vorgesehen, wurden aber inzwischen auf 2022 verschoben. Der noch leistungsfähigere Demonstrator Themis, der die neuen Prometheus-Triebwerke benutzen soll, sollte 2023 fliegen. Aber bislang durchläuft Prometheus immer noch nur Tests einzelner Komponenten. Er ist seit 2017 in Entwicklung und baut auf Erfahrung mit dem ebenso methanbetriebenen Romeo-Triebwerk auf, das von 2008 bis 2016 entwickelt wurde.

Dabei sind Romeo und Prometheus kleinere Triebwerke, die viel einfacher aufgebaut, weniger effizient und weniger schubstark als das technologisch viel fortschrittlichere Raptor-Triebwerk von SpaceX sind. Die Entwicklung verkleinerter Prototypen von Raptor begann dabei erst 2012.

Ariane 6 Nachfolger wird frühestens 2030 erwartet

Die Erfahrung mit Callisto lässt nicht auf eine Einhaltung oder gar eine Beschleunigung des Zeitplans von Themis hoffen. Eine Nachfolge für die Ariane 6 ist ohnehin nicht vor 2030 geplant. Derweil macht bei SpaceX die Entwicklung des Starship große und schnelle Fortschritte. Die Triebwerke sind einsatzbereit und die problematische Tankkonstruktion hat SpaceX nach einigen Fehlschlägen nun auch im Griff. Erste Landungen mit Hilfe des Triebwerks wurden demonstriert. Mit ersten operationalen Flügen des wiederverwendbaren Schwerlastraumschiffs ist wohl bereits Mitte der 2020er Jahre zu rechnen, selbst wenn SpaceX die eigene optimistische Zeitplanung um mehrere Jahre verpasst.

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Die Gefahr für die europäische Raumfahrt ist also absolut realistisch und schon durch Falcon 9 und Falcon Heavy gegeben. Beim Versuch, Jahrzehnte alte Erfahrung zu schützen, wurde der Anschluss an die Entwicklung der modernen Raumfahrt vollständig verpasst. Es darf bezweifelt werden, ob die geforderte reine Durchfinanzierung der Ariane 6 zum Schutz von Unternehmen und Arbeitsplätzen dabei eine nachhaltige Änderung bewirken kann.

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 Raumfahrt: Neue Rekorde bei Falcon 9 und Verzweiflung bei Ariane 6
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John2k 20. Aug 2020

Das ist Irrglaube. Das Co2 in der Atmosphäre kann wieder in Kraftstoffe umgewandelt...

senf.dazu 19. Aug 2020

Wußte gar nicht das Musk Wissenschaftler ist ;)

bofhl 19. Aug 2020

Stimmt so nicht! SpaceX hat auch zig Niederlassung - um genau zu sein entweder direkt...

bofhl 19. Aug 2020

Es arbeiten sehr wohl Nicht-US-Bürger bei SpaceX! Nur im militär. Sektor (in Texas...

bofhl 19. Aug 2020

Das "Problem" damit dürfte aber sein, dass SpaceX einen anderen Ansatz bei der...



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