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Raumfahrt: Neue Raketenstufe für SpaceX Starship platzt bei Drucktest

Wieder ist es zu einem schweren Zwischenfall im Starship-Programm gekommen. Dieses Mal wurde die erste Raketenstufe zerstört.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Vor dem Unfall: der Booster auf dem Teststand (Bild: SpaceX)
Vor dem Unfall: der Booster auf dem Teststand Bild: SpaceX

Der Super Heavy Booster ist die erste Raketenstufe des Starships. In der neuen Version 3 des Starships soll sie mit leistungsfähigeren Raptor-3-Triebwerken und 400 Tonnen mehr Treibstoff starten. Am Freitag platzte die erste Raketenstufe dieser Art. SpaceX bezeichnete(öffnet im neuen Fenster) den Vorgang als Anomalie bei einem Drucktest, ein in der Raumfahrt gängiger Euphemismus für Unfälle aller Art.

Die Triebwerke waren zum Zeitpunkt des Tests noch nicht installiert. Der untere Treibstofftank platzte entlang der gesamten Länge auf, was der Zerstörung der neuen Raketenstufe gleichkommt. Ein Video(öffnet im neuen Fenster) auf der Plattform X zeigt den Zwischenfall. Als Hintergrund wird vermutet, dass wieder eine der Helium-Druckflaschen versagte.(öffnet im neuen Fenster) Das war zuvor auch der Grund der Zerstörung eines Starships am Boden.

Der neue Booster sollte nicht nur leistungsfähiger, sondern auch zuverlässiger und besser wiederverwendbar sein. Dazu gehört auch die Verringerung des Gewichts durch einen neuen Stufenadapter, der den schweren, abtrennbaren Hitzeschutzschild überflüssig macht. Der Schild schützt die Treibstofftanks beim Start der Triebwerke des Starships bei der Stufentrennung, er ist nun leichter und fest am Booster montiert.

Serie von Starship-Unfällen setzt sich fort

Es handelte sich bei dem Booster um Flughardware, mit der das erste Starship V3 starten sollte. Es ist ungewöhnlich, dass Flughardware einen Test nicht übersteht. Denn dabei handelt es sich um Abnahmetests und nicht um Tests zur Validierung eines Konstruktionskonzepts, wie es bei einem reinen Prototyp der Fall wäre. Das Platzen des Boosters ist ein weiterer Hinweis auf mangelnde Sorgfalt in Planung und Durchführung des Starship-Programms.

Der Zwischenfall folgt auf die desaströse Flugkampagne von Starship V2, bei der drei Starships in Folge von Treibstofflecks durch Explosionen beim Start zerstört und ein weiteres im Flug beschädigt wurden. Ein fünftes Starship explodierte am Boden. Nur das letzte von sechs Starships absolvierte einen Flug ohne strukturelle Schäden. Drei weitere Starships V1 explodierten bei den ersten drei Starts der ersten Flugkampagne.

Nur Stunden vor dem Test gab Blue Origin die Entwicklung einer noch größeren und leistungsfähigeren Variante der New Glenn(öffnet im neuen Fenster) mit neun verbesserten Triebwerken bekannt. Sie soll 70 Tonnen Nutzlast in niedrige Orbits und 20 Tonnen auf Flugbahnen zum Mond bringen können, ohne Tankmanöver im Erdorbit. Derweil werden Mondflüge mit dem Starship, die 2025 eigentlich stattfinden sollten, durch die große Zahl von Problemen in der Entwicklung des Starships immer fraglicher.


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