Raumfahrt: Neue chinesische Rakete landet besser als das SpaceX-Starship
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Am 10. Juli 2026 startete erstmals eine Langer-Marsch-10-Rakete mit einer Nutzlast in den Orbit. Anschließend landete die erste Raketenstufe(öffnet im neuen Fenster) erfolgreich auf einem Schiff, das mit einer Kabel-Fangvorrichtung ausgestattet war. Es war weltweit das erste Mal, dass der erste Landeversuch einer neuen Rakete gelang.
Während die Technik der Rakete weitgehend dem chinesischen Standard entspricht, ist die Landetechnik bemerkenswert und wegweisend für die Raumfahrt insgesamt. Die Rakete kommt ohne Landebeine aus und wird stattdessen in der Luft mit Stahlseilen aufgefangen(öffnet im neuen Fenster), wofür die Raketenstufe mit Landehaken ausgestattet ist.
Das entspricht technisch dem Landekonzept von Flugzeugen auf Flugzeugträgern, wenn auch vertikal statt horizontal. Die Raketenstufe fliegt dafür von oben in eine quadratische Konstruktion von Stahlträgern, zwischen denen vier Stahlseile gespannt sind.
Jeweils zwei Stahlseile sind an den Seiten des Quadrats an beweglichen Wagen befestigt, die sich während des Landemanövers auf die Rakete zubewegen. Im rechten Winkel dazu befindet sich ein weiteres Paar Stahlseile, um die Raketenstufe sicher einzufangen. Auf Wikipedia findet sich eine gute Illustration des Prinzips(öffnet im neuen Fenster). Sobald die Raketentriebwerke abgeschaltet werden, fällt die Raketenstufe in die Stahlseile und wird dabei abgebremst. Das Verfahren hat große Vorteile für die Landung.
Flexible Seile sind besser als starre Fangarme
Im Vergleich zur Landung mit starren Landebeinen oder an den ebenso starren Landearmen des Starship-Fangturms sind wesentlich größere Abweichungen bei Position, Restgeschwindigkeit und Winkel der Raketenstufe akzeptabel. Das ist besonders bei Landungen auf einem schwankenden Schiff im Meer bei unstetem Wind von Vorteil, bei denen sich diese Parameter von einer Sekunde zur nächsten deutlich ändern können.
Für die Raketenstufe besteht nach der Landung auch keine Gefahr des Umkippens mehr, auch wenn sie stabilisiert werden muss, um nicht frei über dem Deck zu schwingen. Eine entsprechende Vorrichtung ist auf dem Schiff erkennbar. Die quadratische Konstruktion, in der sich die Stahlträger gegenseitig stützen, hat eine fundamental bessere Statik als ein reiner Fangturm und ist damit auch besser für den Einsatz auf Schiffen geeignet.
Das Landeverfahren spart das Gewicht der Landebeine an der Rakete ein, ohne die Notwendigkeit eines langwierigen Landemanövers, dessen hoher Treibstoffverbrauch jede Gewichtseinsparung in Frage stellt. Das Starship und die Super Heavy müssen bei der Landung hingegen zunächst neben dem Fangturm in der Luft zum Schweben kommen, ihre Fluglage stabilisieren und sich dann seitlich dem Fangturm nähern, um von den starren Armen eingefangen zu werden. Das kostet Treibstoff und ist sehr windanfällig.
Der Landeturm von SpaceX wirkt undurchdacht und amateurhaft
SpaceX hat mit dem Fangturm bislang nur drei Landeversuche vorzuweisen. Diese sahen zwar elegant aus, waren aber so unsicher, dass sie zuvor mehrfach getestet werden mussten und bei neun von zwölf Starts gar nicht stattfanden. Da der Turm zwangsweise an Land gebaut werden muss, geht jede Landung auch mit der Lärmbelästigung und potenziellen Gefährdung der Bevölkerung einher. Das gilt insbesondere beim Starship, das einen Wiedereintritt und Landeanflug über bewohntem Gebiet durchführen muss.
Die Landung der Raketenstufe auf dem offenen Meer ist nicht nur sicherer, sondern bietet auch große Leistungsvorteile. Bei der Falcon 9 macht die Landung auf dem Meer einen Unterschied von über 2.000 km/h in der Abtrenngeschwindigkeit der Oberstufe aus, oder rund 40 Tonnen Nutzlast auf die realen Verhältnisse des aktuellen Starships hochgerechnet. Im Vergleich wirkt das Verfahren von SpaceX deshalb ästhetisch zwar wesentlich eleganter, ist aber letztlich undurchdacht, unflexibel und amateurhaft.
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