Raumfahrt: Nasa zündet Voyager-Triebwerke nach 37 Jahren

Weil die Triebwerke, mit denen die Sonde Voyager 1 normalerweise gedreht wird, nachlassen, hat die Nasa Ersatztriebwerke reaktiviert, die seit 1980 nicht mehr in Betrieb waren. Sie funktionierten noch - nur die Steuerungssoftware stellte ein Problem dar.

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Voyager 1 (Symbolbild): Leben der Sonde um zwei bis drei Jahre verlängert
Voyager 1 (Symbolbild): Leben der Sonde um zwei bis drei Jahre verlängert (Bild: Nasa/JPL-Caltech)

Da ist noch Leben drin: Der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) ist es gelungen, nach 37 Jahren die Triebwerke der Raumsonde Voyager 1 zu zünden. Voyager 1 ist das von Menschen gemachte Objekt, das sich am weitesten von der Erde entfernt hat.

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Bei den Düsen, die die Nasa am 29. November eingesetzt hat, handelt es sich um Zusatzdüsen, die Trajectory Correction Maneuver Thruster oder TCM-Thruster. Sie waren dazu da, Voyager auszurichten, als er die Planeten Jupiter und Saturn sowie einige ihrer Monde passierte, damit die Instrumente Daten sammeln konnten. Die TCM-Thruster waren das letzte Mal Anfang November 1980 im Einsatz, als Voyager am Saturn vorbeiflog.

Die Triebwerke feuerten wenige Millisekunden

Mit Hilfe der Triebwerke wurde die Sonde neu ausgerichtet, damit ihre Antenne wieder in Richtung Erde zeigt. Das war nötig, um die Kommunikation mit Voyager aufrechtzuerhalten. Für das Manöver werden die Düsen nur für einige Millisekunden aktiviert.

Die Nasa hat jetzt die TCM-Thruster eingesetzt, weil die dafür vorgesehenen Triebwerke, die Attitude Control Thrusters, seit etwa drei Jahren abbauen. Die TCM-Thruster sind mit diesen Triebwerken identisch. "Mit diesen Triebwerken, die auch nach 37 Jahren Stillstand noch funktionieren, können wir das Leben der Raumsonde Voyager 1 um zwei bis drei Jahre verlängern", sagt Suzanne Dodd, Projektmanagerin für Voyager am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena, im US-Bundesstaat Kalifornien.

Die Software für die Triebwerke ist in einer uralten Assemblersprache programmiert

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Um die Triebwerke nach so langer Zeit wieder in Betrieb nehmen zu können, mussten das Voyager-Team jahrzehntealte Daten ausgraben und sich eingehend mit der Steuerungssoftware auseinandersetzen. Die sei in einer veralteten Assemblersprache programmiert, sagt Jones, JPL-Chefingenieur. Aber das sei nötig gewesen, um sicherzustellen, dass sie die Triebwerke sicher testen konnten.

Voyager 1 ist seit dem 5. September 1977 unterwegs. Etwa Ende 2002 trat die Sonde in die Heliosphäre ein, die den Übergang zwischen dem Einflussbereich der Sonne und dem interstellaren Raum darstellt. Wahrscheinlich 2010 erreichte die Sonde die Heliopause, die äußerste Schicht der Heliosphäre. Mutmaßlich im Laufe des Jahres 2013 hat Voyager 1 die Heliosphäre verlassen und befindet sich seither im Weltraum. Im Juni gab die Nasa bekannt, die Sonde sei 138 Astronomische Einheiten von der Erde entfernt.

Wegen der geringer werdenden elektrischen Energie fallen die Systeme der beiden Sonden Voyager 1 und 2 nach und nach aus. Derzeit sind aber noch einige Instrumente intakt. Die Sonden sammeln also noch Daten und funken diese zur Erde. Die Signallaufzeit zur Erde beträgt derzeit rund 19 Stunden. Etwa 2025 werden die Sonden nicht mehr genug Strom haben, um die Instrumente zu betreiben.

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FreiGeistler 11. Jul 2019

Das Apfel-Reibeisen? Ernsthaft?

dumdideidum 08. Dez 2017

Im Prinzip gibt es die Probleme heute schon. Man ruft nicht umsonst nach Fachkräften...

Hypertext 05. Dez 2017

... da denke ich doch als erstes an Cpt. Janeway... SCNR! Live long an prosper!

ap (Golem.de) 04. Dez 2017

Bevor es hier weiter abrutscht, schließen wir.



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