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Raumfahrt: Nasa verschiebt Mondlandung und streicht SLS-Upgrade

Der 3. Artemis-Flug wird nicht zum Mond fliegen und die SLS-Rakete bekommt kein Upgrade. Trotzdem spricht die Nasa vom "goldenen Zeitalter".
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Die SLS-Rakete von Artemis 2 (Bild: Nasa)
Die SLS-Rakete von Artemis 2 Bild: Nasa

Schon lange plant die Nasa mit dem Artemis-Programm die Rückkehr von Menschen zum Mond, nachdem seit inzwischen 54 Jahren kein Mensch mehr die Mondoberfläche betreten hat. Doch diese Pläne wurden nun einmal mehr verschoben(öffnet im neuen Fenster) . Dabei spielen die aktuellen technischen Probleme bei der Vorbereitung der Mission Artemis 2, mit der Menschen um den Mond fliegen sollen, keine Rolle.

Die neuen Pläne sehen nun keine Mondlandung für Flug 3 mehr vor. Stattdessen soll dieser für 2027 vorgesehene Flug, ähnlich wie bei Apollo 9, nicht mit einer Landung auf dem Mond enden, sondern im niedrigen Erdorbit ein Dockingmanöver mit wenigstens einem der beiden vorgesehenen Lander von SpaceX oder Blue Origin demonstrieren. Eine Landung ist damit nun frühestens für Flug 4 im Jahr 2028 vorgesehen.

Dadurch bleibt nicht nur mehr Zeit zur Entwicklung der Lander, sondern auch zusätzliche Testgelegenheiten für die SLS-Rakete und die Orion-Raumkapsel, mit der die Astronauten zum Mond fliegen sollen. Das Testprogramm für Artemis bleibt dennoch deutlich oberflächlicher als Apollo, das gilt insbesondere für die nur einmal geflogene SLS-Rakete und deren Sicherheitssysteme zum Startabbruch.

Nasa spricht vom goldenen Zeitalter

Die Nasa streicht nach 15 Jahren Entwicklungszeit von SLS außerdem alle Pläne zur Entwicklung der größeren EUS-Raketenstufe (Exploration Upper Stage – dt. Erkundungsoberstufe). Ohne die EUS kann kann die SLS-Rakete nur rund 27 Tonnen Nutzlast zum Mond fliegen, mit der neuen Oberstufe könnten es hingegen über 42 Tonnen sein. Stattdessen wird die provisorisch entwickelte ICPS genutzt (Interim Cryogenic Propulsion Stage – dt. Kryogene Übergangsanstriebsstufe), die direkt von der viel kleineren Delta-IV-Rakete übernommen wurde und nun die endgültige Oberstufe von SLS bleiben soll.

Die US-Staatspropaganda bezeichnet das Artemis-Programm dennoch als "goldenes Zeitalter" der Erkundung und Entdeckung der Nasa. In der Pressemitteilung wurde mit Steve Parker, CEO von Boeings Verteidigungs- und Raumfahrtsparte, als einziger Firmenchef zitiert. Boeing ist der Vertragspartner der Nasa für Entwicklung und Bau der SLS-Rakete. In der Raumfahrt wie in der Politik scheint es eher ein zweites vergoldetes Zeitalter der USA zu sein (engl. Gilded Age(öffnet im neuen Fenster) ).


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