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Raumfahrt: Nasa hat wieder Kontakt zu Mondsonde Capstone

Die bisher kleinste Mondsonde hatte durch Softwarefehler ein Kommunikationsproblem. 11 Stunden nach dem Start ging der Kontakt verloren.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Auf dem Weg zum Mond ist der Kontakt zur Raumsonde abgerissen. (Bild: Nasa)
Auf dem Weg zum Mond ist der Kontakt zur Raumsonde abgerissen. Bild: Nasa

Nachdem die Mondsonde Capstone erfolgreich gestartet ist, hat die National Aeronautics and Space Administration (Nasa) den Kontakt mit der Raumsonde verloren. Das gab die Nasa gestern in einer Pressemeldung bekannt.(öffnet im neuen Fenster) Nach Angaben des Betreibers der Raumsonde, Advanced Space,(öffnet im neuen Fenster) soll in den ersten 11 Stunden nach dem Aussetzen der Sonde durch die Photon-Oberstufe der Electron-Rakete noch normaler Kontakt zu Capstone bestanden haben.

Die Nasa hat dabei Glück im Unglück. Durch die langgezogene Umlaufbahn für das geplante ballistische Einfangmanöver bleiben mehrere Tage Zeit, um den Kontakt wieder herzustellen, anders als bei früheren Missionen. Bislang musste nur ein Korrekturmanöver verschoben werden.

Nach Aussage des Betreibers wurden die Solarpanele der Sonde vor dem Kontaktverlust erfolgreich entfaltet, die Sonde stabilisiert und zur Erde ausgerichtet. Die genauen Bahndaten wurden ermittelt und der Antrieb für das erste Korrekturmanöver vorbereitet, aber dann brach der Kontakt ab. Zurzeit wird nach der Ursache gesucht und nach Wegen, doch wieder eine Funkverbindung zum Bordcomputer herzustellen.

Photon-Oberstufe ist nicht betroffen

Zur Photon-Oberstufe, mit der die Sonde gestartet wurde, besteht weiterhin Kontakt, wie Firmenchef Peter Beck auf Twitter kurz klarstellte(öffnet im neuen Fenster) . Sie wurde vom Raketenbauer Rocketlab entworfen, um auch eigenständig als Satellit oder Raumsonde für Missionen zu Mond, Mars und Venus zu fungieren. Allerdings wurde sie für diese Demonstrationsmission nicht mit zusätzlichen Nutzlasten ausgestattet, auch nicht den präzisen Messinstrumenten und der autonomen Navigation von Capstone, mit denen die genaue Stabilität der Umlaufbahn um den Mond vermessen werden soll.

Nachtrag vom 6. Juli 2022, 17:40 Uhr

Die Nasa meldet,(öffnet im neuen Fenster) dass der Kontakt zu Capstone wiederhergestellt werden konnte. Weitere Details des Betreibers Advanced Space sollen folgen.

Nachtrag vom 7. Juli 2022, 8:48 Uhr

Advanced Space gab ein weiteres Update zur Situation(öffnet im neuen Fenster) heraus. Demnach befindet sich die Sonde in gutem Zustand und hat den normalen autonomen Betrieb durchgeführt, die Sonde in stabiler Lage gehalten und die Akkus geladen. Das verschobene Bahnkorrekturmanöver soll am Nachmittag durchgeführt werden.

Advanced Space ist zuversichtlich, dass sich das Problem durch Softwareupdates und Änderungen der Betriebsweise nicht mehr wiederholen wird. Nach weiteren Untersuchungen zur Ursache zusammen mit "den beteiligten Stellen" soll auch das Ergebnis der Ursachenuntersuchung veröffentlicht werden.

Nachtrag vom 7. Juli 2022, 19:40 Uhr

Das Korrekturmanöver war erfolgreich. Zur Ursache gab die Nasa bekannt,(öffnet im neuen Fenster) dass ein falsch formatiertes Kommando zur Diagnostik des Kommunikationssystems zu einer Fehlfunktion führte. Ein weiterer Fehler in der Fehlerdiagnose der Bordsoftware verhinderte außerdem, dass das System neu sofort gestartet wurde. Erst einen Tag später kehrte das System per Reboot wieder in den Normalzustand zurück. Nun sind weitere Korrekturmanöver geplant, um im November den Mondorbit mit minimalem Treibstoffverbrauch zu erreichen.


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