Raumfahrt: Nasa testet Schubdüse mit Mikrowellen

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat erfolgreich ein Antriebssystem getestet, das Schubkraft per Mikrowellen erzeugen soll. In dieser Woche stellte das Forschungsteam die Ergebnisse vor.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Mit der neuen Technologie könnten Triebdüsen in Zukunft ohne Treibmittel auskommen.
Mit der neuen Technologie könnten Triebdüsen in Zukunft ohne Treibmittel auskommen. (Bild: Stan Honda/Afp/Getty Images)

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat nach eigenen Angaben erfolgreich eine Antriebsdüse getestet, die Schubkraft mit Hilfe von Mikrowellen herstellt und langfristig den Transport von Treibmitteln überflüssig machen könnte.

Stellenmarkt
  1. Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) für den Bereich Künstliche Intelligenz in der zivilen Sicherheitsforschung
    Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Rosenheim
  2. Systems Engineer (m/w/d) - Microsoft SQL Server
    OEDIV KG, Bielefeld
Detailsuche

Die Ergebnisse, die auch in dem Bericht Anomalous Thrust Production from an RF [radio frequency] Test Device Measured on a Low-Thrust Torsion Pendulum nachzulesen sind, präsentierte die US-Raumfahrbehörde am 30. Juli 2014 bei der Joint Propulsion Conference in Cleveland. Das fünfköpfige Forscherteam hatte die Antriebstechnologie zwei Tage lang unter verschiedenen Bedingungen getestet.

Die Nasa hatte sich erstmals mit dem Thema befasst, nachdem der US-Wissenschaftler Guido Fetta eine Schubdüse entwickelt hatte, die auf derselben Technologie basierte und weniger Treibmittel als bisherige Technologien benötigte. Fetta überzeugte die US-Raumfahrtbehörde daraufhin, die Schubdüse zu testen.

Schubkraft von bis zu 50 Micronewton

In ihrem Bericht schreiben die Forscher, die Düse habe im Testverlauf eine Schubkraft von 30 bis 50 Micronewton erzeugt. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Design eine Kraft erzeugt, die nicht auf klassische elektromagnetische Schwingungen zurückzuführen ist", heißt es. Die Forscher deuten an, dass das Triebwerk möglicherweise auch im Vakuum funktionieren könnte, belassen es aber ansonsten bei der Beschreibung des Testablaufs.

Der britische Wissenschaftler Roger Shawyer hatte vor einigen Jahren als Erster ein entsprechendes Antriebssystem entwickelt. Das von seiner Firma SPR entwickelte EmDrive sollte elektrische Schwingungen in Schubkraft umwandeln, ohne zusätzlich irgendeine Form von Treibmittel zu benötigen. Nach Aussage von Shawyer wird das erreicht, indem sich die Mikrowellen innerhalb eines geschlossenen Containers bewegen.

Erfolgreiche Tests auch in China

Kritiker hatten sein System in der Vergangenheit trotz mehrerer Demonstrationen abgelehnt. Ein derartiges Antriebssystem könne nicht funktionieren, hieß es. Sie verwiesen auf den Impulserhaltungssatz, nach dem der Gesamtimpuls in einem geschlossenen System immer konstant sei.

Im vergangenen Jahr hatte bereits ein chinesisches Forscherteam ein eigenes EmDrive entwickelt und bestätigt, dass dieses eine Schubkraft von 720 Millinewton (72 Gramm) erzeugt habe. Dies sei genug für eine Schubdüse. Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine solche Düse zum Beispiel mit Solarenergie angetrieben werden könne. Sollte dies möglich sein, sei der Transport von Treibmitteln in Zukunft möglicherweise nicht mehr nötig. Die Ergebnisse bekamen im Westen jedoch kaum Beachtung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Netflix
Warum so viele Serien nur zwei Staffeln lang laufen

Die Superhelden-Serie Jupiter's Legacy war bei ihrem Start ein Erfolg bei Netflix. Jetzt wurde sie eingestellt. Wie entscheidet Netflix, ob eine Serie verlängert wird?
Von Peter Osteried

Netflix: Warum so viele Serien nur zwei Staffeln lang laufen
Artikel
  1. Livewire One: Erste Details zu Harleys neuem Elektromotorrad
    Livewire One
    Erste Details zu Harleys neuem Elektromotorrad

    Im Mai hat Harley-Davidson eine eigene Elektromarke vorgestellt. Deren erstes Elektromotorrad soll bald kommen.

  2. Model S Plaid: Teslas Knight Rider-Lenkrad könnte ergonomischer Krampf sein
    Model S Plaid
    Teslas Knight Rider-Lenkrad könnte ergonomischer Krampf sein

    Das D-förmige Lenkrad im neuen Tesla Model S sorgt für Kontroversen. Erste Fahrer haben es ausprobiert und sind nicht glücklich damit.

  3. Nach Aukey und Mpow: Amazon verbannt Hersteller Ravpower aus seinem Angebot
    Nach Aukey und Mpow
    Amazon verbannt Hersteller Ravpower aus seinem Angebot

    Amazon verbannt mit Ravpower einen weiteren chinesischen Hersteller von seinem Marktplatz. Grund scheint erneut Betrug mit Fake-Reviews zu sein.

Technikfreak 05. Aug 2014

Global gesehen, hast du recht. Aber Umweltverschmutzungen wirken sich lokal immer...

John2k 04. Aug 2014

Naja, 2,5 kw ist nicht viel. Habe da einen Wert von 8,11 Gw (8110000kw bei 10kw pro) für...

John2k 04. Aug 2014

Schade wärs eigentlich. Das einzige was uns bisher für ernsthafte Raumfahrt fehlt ist...

smueller 03. Aug 2014

Wir wissens nicht.. Es fragt sich, was ist Gravitation genau..? Dann fragt sich, wie kann...

Der Held vom... 02. Aug 2014

Die Kosten für solche Transporte skalieren mit dem Gewicht, nicht mit der Auslastung...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • PS5 bei o2 mit Mobilfunkvertrag bestellbar • Xbox Series X bei MM bestellbar 499,99€ • Breaking Deals bei MM (u. a. LG 75" Nanocell 8K 2.699€) • Corsair 32GB DDR4-3600 Kit 182,90€ • PCGH Gaming-PC i7 RX 6800 XT 2.500€ • Rabatte auf Geschenkkarten bei Amazon [Werbung]
    •  /