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Raumfahrt: Nasa testet aufblasbaren Hitzeschild

Irve-3 sieht wie ein Pilz aus, nur dass sein Hut nicht nach oben, sondern nach unten zeigt. Bespannt ist er mit einem hitzeresistenten Stoff, der ein Objekt dahinter beim Eintritt in die Atmosphäre vor dem Verglühen schützt. Der aufblasbare Hitzeschild ist für künftige Raumfahrtmissionen gedacht.
/ Werner Pluta
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Irve-3: Größere Landefahrzeuge unter aufblasbarem Hitzeschild (Bild: Nasa)
Irve-3: Größere Landefahrzeuge unter aufblasbarem Hitzeschild Bild: Nasa

Die US-Weltraumbehörde Nasa testet am heutigen Montag einen neuartiges System, das Raumfahrzeuge beim Eintritt in eine Atmosphäre vor dem Verglühen bewahren soll. Statt eines festen Hitzeschildes wird der Schutz beim Eintritt in die Atmosphäre aufgeblasen.

Herkömmliche Isoliermaterialien

Inflatable Reentry Vehicle Experiment III (Irve-3) heißt der aufblasbare Hitzeschild. Er besteht aus mehreren Lagen herkömmlicher Isoliermaterialien, darunter ein Material, das in der Luftfahrt für Hitzei-Isolierung von Flugzeugtriebwerken eingesetzt wird – dort dient es zur Isolierung von Rohren sowie Kevlar. Darin befinden sich Schläuche, die ebenfalls aus Kevlar bestehen.

Nasa-Techniker erklären Irve-3
Nasa-Techniker erklären Irve-3 (02:36)

Vor dem Flug wird das System sorgfältig in einem Sack verstaut, der in die Nase der Rakete verpackt wird. Nicht aufgeblasen passt Irve-3 in eine Rakete mit einem Durchmesser von 56 Zentimetern.

Stickstoff entfaltet Schirm

Beim Eintreten in die Atmosphäre öffnet sich der Sack und wird abgeworfen. In die spiralförmig verlaufenden Schläuche wird Stickstoff gepumpt. Dadurch entfaltet sich der Schutzschirm zu seiner vollen Größe. Das Ensemble ähnelt einem Pilz mit einem drei Meter großen Hut.

Irve-3 Animation – Nasa
Irve-3 Animation – Nasa (02:19)

Der Vorteil sei, dass ein großer Hitzeschild in ein kleines Paket verpackt werden könne, erklärt Nasa-Technikerin Carrie Rhoades. Das ermögliche, größere Rover auf einen anderen Planeten zu bringen. Bislang sei die Größe eines Fahrzeuges durch die Größe des Hitzeschildes bestimmt.

Erfolgreicher Test

Der Test des Systems am 23. Juli 2012 sei erfolgreich verlaufen, teilt die Nasa mit(öffnet im neuen Fenster): Irve-3 startete um 7:01 Uhr Ortszeit (13:01 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) vom Raketenstartplatz Wallops Flight Facility(öffnet im neuen Fenster) auf einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia aus an Bord einer Höhenforschungsrakete vom Typ Black Brant XI(öffnet im neuen Fenster). Nach etwa sechs Minuten Flugzeit trennte sich Irve-3 in etwa 450 Kilometern Höhe von der Rakete und kehrte zur Erde zurück. Der Hitzeschirm öffnete sich wie geplant. Irve-3 wasserte rund 20 Minuten nach dem Start im Atlantik und wurde von einem Schnellboot der US-Marine geborgen.

Irve-3 wurde im Rahmen des Projekts Hypersonic Inflatable Aerodynamic Decelerator(öffnet im neuen Fenster) (Hiad) entwickelt. Das wiederum gehört zum Programm Game Changing Technology(öffnet im neuen Fenster). Dessen Ziel ist es, Technologie für künftige Raumfahrtmissionen zu entwickeln.


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