Raumfahrt: Nasa sucht Windelersatz für Astronauten

Sechs Tage lang im Raumanzug - wie soll das hygienisch gehen? Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sucht in einem Wettbewerb nach Lösungen für saubere Geschäfte in Schwerelosigkeit.

Artikel veröffentlicht am ,
Astronaut beim Außeneinsatz auf der ISS: sechs Tage im Raumanzug
Astronaut beim Außeneinsatz auf der ISS: sechs Tage im Raumanzug (Bild: Nasa)

Was machen, wenn die Blase drückt? Taucher pinkeln dann gern mal in ihren Neoprenanzug - dann wird es im kalten Wasser etwas wärmer. Das ist zwar nicht unbedingt hygienisch, aber sie behalten den Anzug ja auch nicht so lange an. Was aber macht ein Astronaut, der mehrere Tage in seinem Anzug steckt? Dieses Problem will die Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) lösen - oder besser gesagt: lösen lassen: Denn die Nasa hat einen Wettbewerb für dieses anrüchige Thema ausgeschrieben, die Space Poop Challenge.

Derzeit tragen Astronauten eine Windel im Raumanzug. Da die bemannte Raumfahrt sich derzeit aber nur in niedrigen Umlaufbahnen abspielt, ist die Zeit, in der sie Anzug und Windel tragen, begrenzt. Sie könnten sie etwa zehn Stunden lang tragen, erklärt die Nasa. In dieser Zeit wäre etwa eine Crew in einem Notfall von der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) wieder auf der Erde.

Astronauten sollen tagelang im Anzug verbringen

Künftig will die Nasa aber weiter in den Weltraum vordringen - zum Mond und zum Mars. Sollte es dabei zu einer Notsituation wie einem Druckabfall kommen, müssten die Astronauten den Anzug sehr viel länger tragen. Bis zu sechs Tage lang sollen sie es darin aushalten. In der Zeit muss jeder mehr als einmal gewisse Geschäfte erledigen.

Gesucht wird ein System, das die flüssigen und festen Ausscheidungen sammelt und vom Körper entfernt, und das über Tage. Um welche Mengen es geht, hat die Nasa in der Ausschreibung spezifiziert: Pro Astronaut fallen am Tag 75 Gramm und 75 Milliliter feste sowie 1 Liter flüssige Ausscheidungen an. Hinzu kommen bei Astronautinnen weitere 80 Milliliter Flüssigkeit für die sechs Tage.

Entsorgt wird bei Schwerelosigkeit

Das soll unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit entsorgt werden - automatisch, also ohne dass der Astronaut etwas dafür tut. Das allein ist schon nicht so einfach, wegen des Verhaltens von Flüssigkeiten ohne den Einfluss von Schwerkraft. Da Astronauten möglicherweise auch müssen, wenn ihr Raumschiff in die Erdatmosphäre eintritt, muss das System auch bei G-Kräften von 3 bis 4 zuverlässig funktionieren.

Wer eine saubere Lösung hat, kann diese bis zum 21. Dezember bei der Nasa einreichen. Ein Preisgeld lobt die Nasa auch aus: Mit jeweils 30.000 US-Dollar belohnt sie die drei besten Ideen. Geld, das bestimmt nicht stinkt.

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plutoniumsulfat 26. Nov 2016

Du musst sie auch umsetzen können.

m9898 26. Nov 2016

Ich habe auch nicht behauptet, dass unbemannte Missionen sich immer durch bemannte...

m9898 26. Nov 2016

Im Zweifelsfall lassen sich ja Flüssigkeiten und Gase ohne Probleme von Außen nachfüllen...

Rulf 26. Nov 2016

ich meinte, daß balaststoffe und schwer verdauliches auch zu erhöhter gasbildung führt...



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