Raumfahrt: Nasa bereitet bemannte Mission zu einem Asteroiden vor
Wer denkt dabei nicht an den Science-Fiction-Film Armageddon(öffnet im neuen Fenster) ? Die US-Weltraumbehörde Nasa will Ende des kommenden Jahrzehnts eine bemannte Mission zu einem Asteroiden schicken. Die Pläne sind recht konkret: Das Training der Astronauten hat bereits begonnen.
Astronauten tauchen ab...
Im Zuge der Ausbildung geht es für sechs künftige Raumfahrer aber erst einmal abwärts: Sie werden im Juni in die Tauchstation Aquarius einziehen, die sich in 20 Meter Tiefe vor der Küste des US-Bundesstaates Florida befindet. Die Station gehört zum Projekt Nasa Extreme Environment Mission Operations(öffnet im neuen Fenster) (Neemo) und simuliert die geringe Schwerkraft auf einem Asteroiden.
Zwölf Tage werden die sechs Probanden in der 13 Meter langen und 6 Meter breiten Station verbringen. In der Zeit werden sie lernen, wie sie verschiedene Raumfahrzeuge steuern, wie sie sich auf dem Asteroiden bewegen oder dort Proben nehmen, und sie werden einen Teil der Ausrüstung, die für eine solche Mission entwickelt wird, testen.
... und simulieren Asteroiden-Erforschung
Einer der Kandidaten ist der Brite Tim Peake. "Wir betrachten alle möglichen Werkzeuge und Techniken, die man dazu nutzen könnte, einen Asteroiden zu erforschen, wissenschaftliche Proben zu nehmen und sie zur Erde zurückzubringen" , sagte der erste offizielle britische Astronaut im Interview mit der Tagezeitung Daily Telegraph(öffnet im neuen Fenster) . Die Tauchstation sei dafür gut geeignet, da sich dort die Verhältnisse auf einem Asteroiden am besten simulieren ließen.

Die Mission dient in erster Linie einem wissenschaftlichen Zweck. Asteroiden seien interessant, weil sie einen Einblick in die Geschichte des Sonnensystems gewähren, erklärt Peak. Das haben auch die Daten, die die Sonde Dawn vom Asteroiden Vesta geliefert hat . Die Erkenntnisse sollen außerdem bei der Vorbereitung eines bemannten Fluges zum Mars helfen.
Der Erde näher gekommen als ein Satellit
Aber eine Asteroiden-Mission könne durchaus auch die Züge des Science-Fiction-Films aus dem Jahr 1998 annehmen: "Diese Objekte kommen der Erde fortwährend extrem nahe, auch wenn wir das nur selten mitbekommen. Im vergangenen Jahr kam ein Asteroid bis in eine geostationäre Umlaufbahn der Erde, das ist näher als mancher Satellit" , erzählt der angehende Astronaut.
Wenn ein solcher Himmelskörper erst spät entdeckt werde, könne es durchaus notwendig sein, dass eine Mannschaft hinfliegen müsse, um ihn abzulenken. "Dann werden sich die Fähigkeiten, auf einem Asteroid zu arbeiten, die wir lernen, als nützlich erweisen." Die Nasa beobachtet über 400 Asteroiden, die mit der Erde kollidieren könnten. Die meisten gelten jedoch als harmlos. Kürzlich haben Wissenschaftler jedoch einen etwa 14 Meter großen Asteroiden entdeckt, der der Erde 2040 nahe genug kommen könnte, um mit ihr zusammenzustoßen.
Ein Jahr im Weltraum
Die Reise zu einem etwa 4,8 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden und wieder zurück wird etwa ein Jahr dauern. Die Astronauten könnten bis zu einem Monat auf dem Himmelskörper bleiben. Eine große Herausforderung werde dabei sein, das Raumfahrzeug und sich selbst auf dem Asteroiden mit seiner sehr geringen Schwerkraft zu verankern. "Mit der Technik, die wir heute haben oder entwickeln, ist eine einjährige Asteroiden-Mission auf jeden Fall durchführbar" , ist Peak überzeugt.
Die Nasa wird nach Informationen der Londoner Tageszeitung Ende des Monats auf einer Konferenz in Japan Details zu dem Asteroiden-Programm bekanntgegeben. Danach soll Ende der 20er Jahre eine bemannte Mission zu einem Asteroiden fliegen. Als Vorbereitung will sie 2016 das unbemannte Raumfahrzeug Origins-Spectral Interpretation-Resource Identification-Security-Regolith Explorer(öffnet im neuen Fenster) , kurz Osiris Rex, zum Asteroiden 1999 RQ36(öffnet im neuen Fenster) schicken. Es soll dort Proben nehmen und 2023 wieder zur Erde zurückkehren.
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