Raumfahrt: Nasa arbeitet an einer koordinierten Mondzeit

Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat am 13. September 2024 bestätigt(öffnet im neuen Fenster) , dass sie im Zuge des Kommunikations- und Navigationsprogramms für das Weltall (Scan; Space Communication and Navigation) ein neues Mondzeitsystem entwickelt, die koordinierte Mondzeit (LTC) . Dafür werde die Behörde mit "Stakeholdern der US-Regierung, Partnern und internationalen Normungsorganisationen" zusammenarbeiten.
Durch die geringere Schwerkraft des Mondes vergeht die Zeit dort etwas schneller als auf der Erde – auch wenn es sich nur um etwa 56 Mikrosekunden pro Tag handelt. "Für etwas, das sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, sind 56 Mikrosekunden genug Zeit, um die Entfernung von etwa 168 Fußballfeldern zurückzulegen" , erklärte Cheryl Gramling, Leiterin der Nasa-Abteilung für Zeitmessung und Standards, in einer Pressemitteilung.
In einem Memo des Weißen Hauses vom 2. April(öffnet im neuen Fenster) wurde die Nasa angewiesen, mit den Ministerien für Handel, Verteidigung, auswärtige Angelegenheiten und Verkehr zusammenzuarbeiten, um den Kurs für die Einführung der koordinierten Mondzeit bis Ende 2026 festzulegen.
Koordinierte Zeitzone auch für andere Himmelskörper anwendbar
Dabei spielen vor allem die Interessen der Unterzeichner des Artemis-Abkommens(öffnet im neuen Fenster) eine entscheidende Rolle. Mittlerweile gehören über 40 Länder zu dieser Gruppe, die die Menschheit dauerhaft zurück auf die Mondoberfläche bringen will.
China und Russland verfolgen dagegen ihre eigenen Pläne für den Trabanten. Die Volksrepublik sucht für ihre Internationale Mondforschungsstation ILRS indessen auch weitere internationale Partner.
Eines der Ziele der LTC ist, das System für die koordinierte Zeitzone zukünftig auch auf andere Himmelskörper wie den Mars zu übertragen – auch wenn dort die Zeit wiederum anders vergeht. Der lunare Zeitstandard wird ähnlich wie auf der Erde durch einen gewichteten Durchschnitt von Atomuhren auf dem Mond bestimmt. Die genauen Standorte der Atomuhren stehen bisher nicht fest.



