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Ein Triebwerk ist schon explodiert

Die Technik, das sauerstoffreiche Abgas in die Brennkammer zu leiten, ist schwerig zu beherrschen, und tatsächlich ist zumindest eines der Triebwerke schon auf dem Teststand explodiert. Einer der Gründe ist, dass das heiße, sauerstoffreiche Abgas äußerst korrosiv ist. Ohne den Sauerstoff im Abgas würde sich aber Ruß bilden, der die feinen Treibstoffleitungen und Einspritzdüsen in der Brennkammer verstopfen würde. Nur mit Treibstoffen ohne Kohlenstoff kann der Sauerstoffanteil vermieden werden, wie etwa mit reinem Wasserstoff. Aber der muss extrem kalt sein und hat wegen der geringen Dichte ein großes Volumen, was der maßgebliche Faktor für die nötige Pumpleistung ist. Wasserstoff, wie in den Triebwerken des Spaceshuttles, macht die gesamte Technik viel aufwendiger und teurer.

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Die Technik mit sauerstoffreichem Abgas wird aber seit einem halben Jahrhundert erfolgreich in russischen Triebwerken angewendet. In den USA wurde sie bisher aber nie zur Serienreife entwickelt. Den ersten Einsatz soll das BE-4 auch nicht in einer New-Glenn-Rakete haben. Stattdessen sollen 2019 zwei BE-4-Triebwerke in einer Vulcan-Rakete der United Launcher Alliance (ULA) verbaut werden, als Ersatz für das russische RD-180-Triebwerk, von dem die ULA bisher abhängig ist.

Das BE-4-Triebwerk wird von Blue Origin sehr konservativ ausgelegt. Der Brennkammerdruck ist mit 134 bar nur etwas höher als beim Merlin-1D-Triebwerk von SpaceX und nur halb so groß wie beim RD-180. Das lässt einiges Potenzial zur Leistungssteigerung offen und verschlechtert das Schub-Gewicht-Verhältnis des Triebwerks, sorgt aber auch für bessere Haltbarkeit. Die Triebwerke der wiederverwendbaren Rakete sollen 100 Flüge absolvieren können. Anders als die Falcon-9-Rakete, die auch mit den letzten Verbesserungen nur zehn Flüge schaffen soll. Aber nicht nur die Triebwerke der New Glenn sind von Anfang an auf Wiederverwendung optimiert.

Die Rakete hat erste Kunden, aber noch keine Preise

Über Preise hat Blue Origin bisher noch nicht gesprochen. Jeff Bezos versicherte lediglich, dass sie durch die Wiederverwendung deutlich sinken werden. Sie scheinen jedenfalls konkurrenzfähig zu sein. Denn sowohl Eutelsat als auch Oneweb haben sich schon erste Starts mit der Rakete in den Jahren 2021 und 2022 gesichert. Darunter sind 400 Satelliten für Oneweb, fünf Starts mit jeweils 80 Satelliten.

Es muss sich zeigen, ob die New Glenn tatsächlich zur Konkurrenz von SpaceX wird. Auch wenn die ersten Triebwerke schon fertig sind, existiert die New Glenn immer noch nur auf dem Papier. Bis 2021 die ersten Satelliten gestartet werden sollen, wird SpaceX einen noch größeren Erfahrungsvorsprung im Bau und Betrieb von Raketen haben. Außerdem steht die Entwicklung bei SpaceX nicht still. Die Falcon 9 wird ständig verbessert und ein besseres Triebwerk für neue Raketen ist auch schon in Arbeit.

Das neue Raptor-Triebwerk verwendet ein noch effizienteres Verfahren zum Betrieb der Pumpen, bei dem die gesamte Masse des Treibstoffs die Turbinen antreibt. Es erreicht damit einen viel höheren Brennkammerdruck von 300 bar, was sowohl den Schub als auch die Verbrennungstemperatur erhöht und damit die Treibstoffeffizienz des Triebwerks. Bisher soll es offiziell nur in der Trägerrakete für das Marsraumschiff ITS zum Einsatz kommen, aber möglicherweise hat SpaceX auch noch andere Pläne damit. In jedem Fall muss SpaceX in den nächsten fünf Jahren mit mehr Konkurrenz rechnen.

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 Raumfahrt: Mit dieser Rakete will Blue Origin besser als SpaceX sein
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wanne 14. Mär 2017

Das ist ein wirklich interessantes Detail zur Erklärung der Zahlen. Ich habe das immer...

oxybenzol 13. Mär 2017

Jedes Auto ist Werbung für den Hersteller. Nur hatte ich das schon weiter oben schon...

darnigh 13. Mär 2017

Wichtig ist nur, dass in das Thema Raumfahrt mal ein wenig Bewegung kommt. Jetzt ist für...

failion 13. Mär 2017

BO macht mit der/den Oberstufe/n das selbe wie SX, sie werden nicht wiederverwendet. Eine...

ArcherV 11. Mär 2017

ich dachte eher an einen XXXXL Long John Don...


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