Raumfahrt: Mit der New Glenn sind auch Trumps Mondpläne explodiert
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Bereits zwei Tage nach der Vorstellung der Pläne für eine Mondbasis der Nasa(öffnet im neuen Fenster) ist der Traum auch schon wieder vorbei. Er ist nicht wie eine Seifenblase geplatzt, sondern wie eine Schwerlastrakete explodiert. Die New Glenn und der Blue-Moon-Mondlander sollten das Kernelement für den Aufbau der Mondbasis sein. Ein Test zur Startvorbereitung führte allerdings zur Explosion der voll betankten New Glenn auf der Startrampe. Doch damit nicht genug. Es sind die weiteren Umstände, die die explodierte Rakete zu einem noch viel größeren Problem machen.
Während die Untersuchungen zur Explosionsursache noch laufen, ist bereits klar, dass das Raumfahrtunternehmen Blue Origin die New Glenn mit ziemlicher Sicherheit erst 2027 wieder starten kann, selbst wenn die Ursache einfach lösbar ist. Spekulationen gehen davon aus, dass Trümmer eines explodierenden Triebwerks die Treibstoffkammern des Tanks durchdrungen haben. Das könnte zur Vermischung von Methan und flüssigem Sauerstoff und der anschließenden Detonation geführt haben.
Obwohl die Explosion über der Erdoberfläche stattfand, wurde sie von Seismografen als Erdbeben der Stärke 2,5(öffnet im neuen Fenster) registriert. Zudem sind die Zerstörungen an den Startanlagen zu groß für eine kurzfristige Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Eine zweite Anlage ist zwar im Aufbau, aber noch weit entfernt von der Fertigstellung.
Wasserstoff wird zum Problem
Anders als alle früheren Mondmissionen werden die Blue-Moon-Mondlander(öffnet im neuen Fenster) von Blue Origin mit Wasserstoff betrieben. Schon in der verkleinerten ersten Version wiegen sie vollgetankt 21 Tonnen und tragen genug Treibstoff, um im niedrigen Erdorbit ausgesetzt zu werden und dann selbstständig bis zur Landung auf der Mondoberfläche fliegen zu können. Blue Moon ist also eher eine Raketenstufe als ein bloßer Mondlander. Er braucht passend ausgestattete Startanlagen und Raketen, damit er betankt werden kann.
Die amerikanische Vulcan-Rakete der ULA nutzt zwar ebenso Wasserstoff in der Oberstufe – womit zumindest prinzipiell die Infrastruktur vorhanden ist -, aber diese Rakete hat selbst Probleme. Ihre Feststoffbooster haben eine bedenkliche Neigung zu im Flug platzenden Raketendüsen, auch wenn daran bislang noch keine Mission scheiterte.
Außerdem nutzt die erste Raketenstufe der Vulcan die gleichen BE-4-Triebwerke wie die New Glenn. Das war zwar zunächst ein großer Vorteil, denn so konnten die Triebwerke schon vor dem ersten Flug der New Glenn qualifiziert, getestet und geflogen werden. Aber umgekehrt stellen diese Triebwerke nun eine potenzielle gemeinsame Problemursache dar. Blue Origin wollte den Schub der BE-4 Triebwerke schrittweise erhöhen und es sollen auch einige verbesserte BE-4 an der New Glenn montiert gewesen sein.
Es ist möglich, dass Blue Moon mit einer Ariane 64 gestartet werden könnte. Die Rakete hat dafür genug Leistung und nutzt Wasserstoff in der ersten und der zweiten Stufe. Aber es ist fraglich, ob die Rakete wirklich mit dem Blue Moon kompatibel ist. Der Lander soll wohl direkt mit der New Glenn verbunden sein, und fraglich ob die nötigen Modifikationen kurzfristig installiert werden können. Arianespace ist zwar ein wichtiger Partner von Jeff Bezos Firmen beim Start der Amazon-Leo-Konstellation, aber nicht für Flexibilität bekannt.
SpaceX könnte mit einer Falcon 9 ohne Wiederverwendung und minimalen Leistungsreserven, oder einer Falcon Heavy, aushelfen. Aber die Firma hat keine Anlagen oder Erfahrung im praktischen Umgang mit flüssigem Wasserstofftreibstoff in großen Mengen. Der Nova-C-Lander hatte nur einige hundert Kilogramm Methan an Bord.
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