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Keine andere Schwerlastrakete kann Blue Moon starten

Noch problematischer sind die Verzögerungen der New Glenn für die zweite Ausbaustufe des Blue Moon Landers, mit dem Astronauten auf dem Mond landen sollen. 2027 sollte er eine erste Testlandung machen. Für ihn kommen wegen der großen Startmasse nur noch Schwerlastraketen infrage – und es gibt nur noch drei Raketen zur Auswahl.

Die SLS ist nur noch für den Start von Orion-Raumschiffen vorgesehen, nicht für den Start großer Nutzlasten mit entsprechend großer Nutzlastverkleidung. Aber bis 2028 ist ohnehin nur der Start von zwei weiteren SLS-Raketen vorgesehen. Für den Bau weiterer Exemplare dieser überteuerten Rakete dürften sowohl das Budget als auch die Produktionskapazitäten fehlen.

Die Falcon Heavy von SpaceX hat eine deutlich kleinere Nutzlastverkleidung als die New Glenn, und es ist fraglich, ob der große Blue Moon Lander überhaupt in die vergleichsweise kleine Nutzlastverkleidung hinein passt – vom Problem der Treibstoffversorgung ganz abgesehen. Die Falcon Heavy nutzt meistens die gleiche Verkleidung wie die Falcon 9, auch wenn eine verlängerte Variante mit dem gleichen Durchmesser existiert. Fehlender Platz für große und schwere Nutzlasten war immer einer der großen Schwachpunkte der Falcon Heavy.

Zudem hat SpaceX nur noch ein Landeschiff für die Falcon 9 und die Seitenbooster der Falcon Heavy, das andere wird zum Transport von Starships von Texas nach Florida umgebaut. Damit kommt eine Landung der Seitenbooster nach dem Flug nicht mehr infrage, denn die Rakete hätte zu wenig Leistung, wenn die Booster an Land zurückfliegen müssten.

Starship ist nicht bereit für Mondmissionen

Das Starship kann aus mehreren Gründen auch nicht rechtzeitig einspringen, selbst wenn die Konkurrenzbeziehung zwischen SpaceX und Blue Origin außen vor bleibt. Denn SpaceX hat noch keine Starship-Variante zum Transport großer Fracht entwickelt, die nicht durch einen schmalen Schlitz in der Außenhaut des Raumschiffs ausgesetzt werden kann.

Neue Aufnahmen(öffnet im neuen Fenster) mit der Außenansicht der letzten Starship-Landung zeigten außerdem, dass sich das Starship dabei mit nur einem laufenden Triebwerk außer Kontrolle und ohne jede Lagestabilisierung über dem Meer drehte, also weitere Fehlfunktionen auftraten.

Ohnehin hat das Starship nach derzeitigem Stand nicht die Leistungsreserven demonstriert, um eine so große Masse in einem nutzbaren Orbit auszusetzen. SpaceX hat auch keine einfache Raketenstufe entwickelt, die als praktisch nutzbare Alternative zum Starship für sehr schwere Nutzlasten und Direktflüge in hohe Orbits dienen könnte. Dadurch kann SpaceX nicht nur keine Hilfe für Blue Origin leisten, sondern gerät auch bei den eigenen Ambitionen für Mond- und Marsmissionen und Satellitenstarts in ernsthafte Schwierigkeiten.

Der geplante Mondlander von SpaceX soll ein umgebautes Starship ohne das schwere Hitzeschutzschild sein, das problemlos einen Erdorbit erreichen können soll. Ein Flug zum Mond wird allerdings mehrere Tankmanöver mit Starships erfordern.


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