Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Raumfahrt: Menschen können den Mars besser als Roboter erforschen

Eine Forschungsgruppe fordert, einen größeren Fokus auf menschliche Missionen zum Mars zu legen. Doch die Nasa hat sich zu dem vorliegenden Bericht noch nicht positioniert.
/ Patrick Klapetz
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Eine Illustration von Menschen, die den Mars erkundigen und auf ihm arbeiten. (Bild: NASA/JSC/Pat Rawlings, SAIC)
Eine Illustration von Menschen, die den Mars erkundigen und auf ihm arbeiten. Bild: NASA/JSC/Pat Rawlings, SAIC

Bis die ersten Menschen zum Mars fliegen , wird noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen - wenn nicht sogar mehr. Außer, eine revolutionäre Raumfahrttechnik wird in der Zwischenzeit entwickelt - oder freundliche Außerirdische besuchen uns und weisen uns den Weg zum roten Planeten. Das alles wird aber nichts an den Herausforderungen der Mars-Erforschung(öffnet im neuen Fenster) ändern.

Bisher wurden nur Maschinen zu unserem Nachbarn geschickt. Das Tiger-Team der Mepag-Analysegruppe für das Mars-Explorationsprogramm ( Mars Exploration Program Analysis Group(öffnet im neuen Fenster) ) kommt in ihrem neuen Report jedoch zu dem Schluss, dass nur Menschen und keine Maschinen den Mars hinreichend untersuchen können.  

Roboter und Sonden als Unterstützung

Wenn Menschen auf dem roten Planeten sind, sollen Roboter und Sonden nur noch zur Geländeerkundung für menschliche Erkundungstouren vorausgeschickt werden. Denn die technischen und ferngesteuerten Helfer sind in ihrem Handeln eingeschränkt. Menschliche Teams wären laut der Forschungsgruppe besser dafür geeignet, vor Ort Messungen, Kartierungen und Untersuchungen vorzunehmen.

Zudem könnten sie einige Aufgaben spontan umsetzen oder ihre Forschung eigenständig ausweiten. Dieser Umstand wird bei der Erkundung fremder Umgebungen oft erst vor Ort klar, erklärt das Team in seinem Bericht: "Bedenkt man die Komplexität der evolutionären Geschichte des Mars und die enorme umweltliche Vielfalt auf dem Mars, kann kein einzelner Standort die hochrangigen Wissenschaftsziele behandeln."

Der Bericht liegt der Nasa seit Monaten vor

Zwar liegt der Bericht der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa seit Oktober 2023 vor - bisher gibt es jedoch keine Stellungnahme der Behörde. Das Forschungsteam fordert, dass ein größerer Fokus auf die wissenschaftliche Arbeit von menschlichen Mars-Missionen gelegt werden soll. Insbesondere die Bereiche Geologie, Astrobiologie und Klimaforschung müssen hierfür enger zusammenarbeiten.

Neben den architektonischen Herausforderungen bringen menschliche Missionen vor allem noch psychologische, ernährungswissenschaftliche und mikrobiologische Hürden mit sich. Analoge Missionen können dabei behilflich sein. Im Februar 2024 werden dafür entsprechend die Moon-to-Mars-Workshops(öffnet im neuen Fenster) gestartet. Hierbei sollen Strategien entwickelt werden, die Menschen zurück auf den Mond und im weiteren Schritt auf den Mars bringen sollen. Für eine Kolonie auf dem Mars würden zudem 22 Personen ausreichen, hat ein anderes Forschungsteam ermittelt .

Menschen könnten viel schneller und spontaner handeln. Robotische Missionen seien dagegen träge und langsam. "Die Ressourcen von Menschen-Missionen haben das Potenzial, sowohl die Ziele als auch die Prioritäten für die Erforschung des Mars neu zu setzen" , schlussfolgert das Team.

Zum Bericht

Der Bericht wurde am 24. Oktober 2023 veröffentlicht: Report Of MEPAG Tiger Team On Mars. Human-Mission Science Objectives(öffnet im neuen Fenster) (Bericht des Mepag-Tiger-Teams zum Mars. Wissenschaftliche Ziele der Mensch-Mission).


Relevante Themen