Raumfahrt: Mehrere Landemissionen für den Asteroiden Apophis geplant
Der Asteroid (99942) Apophis(öffnet im neuen Fenster) wird bei seiner Reise durchs Sonnensystem im Jahr 2029 an der Erde vorbeifliegen. Da sich der Asteroid am 13. April mit nur 32.000 Kilometern Abstand annähert und damit uns in einem Bereich zwischen den geostationären Satelliten und der Erdoberfläche passieren wird, werden gleich mehrere Raumsonden zu diesem etwa 375 Meter großen Asteroiden aufbrechen.
Entdeckt wurde der Apophis, benannt nach dem altägyptischen Unterweltgott, im Jahr 2004. Da die anfänglichen Beobachtungen von einer Einschlagwahrscheinlichkeit auf der Erde von 2,7 Prozent ausgingen, erregte der Asteroid einiges an medialem Aufsehen. Eine Kollision würde katastrophale Folgen für die Erde und ihre Bewohner haben.
Spätere Daten zeigten jedoch, dass selbst für die weiteren Vorbeiflüge in den Jahren 2036 und 2069 keine Einschlagswahrscheinlichkeit besteht. Dennoch wird man den Asteroiden genau untersuchen, da sich seine Bahn durch die unterschiedlichen gravitativen Kräfte in unserem Sonnensystem noch ändern könnte.
Europas Beitrag zur Erkundung von Apophis
Darunter befindet sich auch eine Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa: Ramses (Rapid Apophis Mission for Space Safety(öffnet im neuen Fenster)) soll untersuchen, wie sich der Asteroid bei seinem Vorbeiflug an der Erde verformt und ob man seine Flugbahn beeinflussen könnte, falls der Asteroid bei einer zukünftigen Annäherung zur Gefahr für unseren Planeten werden sollte.
Die europäische Mission ähnelt vom Design der europäischen Asteroidenmission Hera und wird zwei Kleinsatelliten (Cubesats) mit sich führen. Während Farinella den Asteroiden vom Weltraum aus beobachten wird, handelt es sich bei Don Quijote um eine Landefähre, wie das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum DLR kürzlich mitteilte(öffnet im neuen Fenster).
Die Landefähre werde mit einem Seismometer ausgestattet sein, teilte der Projektverantwortliche Patrick Michel mit(öffnet im neuen Fenster), der Astrophysiker an der Universität der Côte d'Azur ist. Durch die Anziehungskraft der Erde könnten während des Vorbeifluges Erdrutsche auf dem Asteroiden ausgelöst werden. Don Quijote soll diese aufzeichnen und wird deswegen einige Tage vor dem 13. April 2029 auf Apophis landen.
Die Mission wird von der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa unterstützt, die neben dem Startdienst mit einer H3-Rakete auch leichte Solar-Array-Flügel und den Wärme-Infrarot-Bildgeber Tiri (Thermal Infrared Imager) beisteuern wird.
Private Mission mit einem Mutterraumschiff
Ungefähr eine Woche nach der Erdannäherung soll eine Landungssonde der japanischen Privatuniversität Chiba Institute of Technology auf Apophis aufsetzen. Der Lander befindet sich an Bord des Mutterraumschiffs Apophisexl des US-Unternehmens Exlabs(öffnet im neuen Fenster). In einer Entfernung von 400 Metern zur Asteroidenoberfläche wird der Lander ausgesetzt und soll um etwa zehn Zentimeter pro Sekunde absteigen, bevor das Landefahrzeug nach etwa einer Stunde sanft auf der Asteroidenoberfläche aufsetzen soll.
Insgesamt soll Apophisexl zehn Raumfahrzeuge und Instrumente von verschiedenen Kunden mit sich führen. Neben der japanischen Landefähre wird sich noch ein weiterer Lander an Bord des Mutterraumschiffs befinden – von dem es derzeit aber keine öffentlichen Informationen gibt.
Chinesische Wissenschaftler haben währenddessen eine Satelliten-Schwarm-Mission zu Apophis vorgeschlagen. Neuere Details zu diesem Vorschlag sind bisher nicht bekannt. Doch während all diese Missionen erst noch starten müssen, befindet sich eine Raumsonde bereits im Anflug.
Die Osiris-Apex-Mission (Apophis Explorer), ehemals Osiris-Rex genannt, der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll mit der Beobachtung von Apophis am 8. April 2029 beginnen. In dessen Umlaufbahn soll die Raumsonde am 21. April einschwenken, um den Asteroiden für die darauffolgenden 18 Monate vom Weltraum aus zu beobachten. Dabei soll die Asteroidenoberfläche mittels Triebwerkszündung aufgewirbelt und untersucht werden. Ein Landeanflug ist nicht geplant.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


