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Raumforschung braucht Standardisierung und Massenproduktion

Zuletzt muss auch der Ansatz der Konstruktion immer neuer Raumsonden und Erdbeobachtungssatelliten infrage gestellt werden. Inzwischen wurde genug Raumforschung betrieben, dass die Anforderungen bekannt sind und nicht jede Mission eine vollständige Neukonstruktion erfordern sollte. Jede Raumsonde braucht Strom, Antrieb, Lageregelung und Kommunikation. Die können standardisiert werden. Bei kommerziellen Satelliten heißt das Satellitenbus. Für die Nutzlasten gibt es entsprechend vorgesehenen Platz und Schnittstellen.

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Die japanischen Asnaro Satelliten verfolgen in der Erdbeobachtung diesen Ansatz und er könnte genauso bei der Entwicklung standardisierter Raumsonden zum Einsatz kommen, die in großen Stückzahlen gebaut werden. Erprobte Plattformen mit modularen Standardinstrumenten könnten Missionskosten auf einen Bruchteil der heutigen Kosten senken.

Das zeigt auch die Erfahrung mit Satellitenkonstellationen. Starlink-Satelliten kosten unter einer Million Euro - für einen voll funktionsfähigen Satelliten mit 2kW Stromversorgung, Ionentriebwerken und Hochleistungssendern. Die Erfahrungen mit den Oneweb- oder Iridium-Konstellationen sind die gleichen. Höhere Stückzahlen senken die Stückkosten auch in der Raumfahrt. Solche Skaleneffekte sind absolute Grundlagen jedes BWL-Studiums.

Die Leistung der Raketen wird nicht ausgenutzt

Auch die verfügbare Startmasse von Raketen sollte in der Raumforschung endlich ausgenutzt werden. Die Ariane 62 wurde speziell für solche Missionen entwickelt, weil diese Missionen für eine Ariane 64 überdimensioniert wären. Aber die beiden zusätzlichen Feststoffbooster kosten nicht mehr als 20 bis 30 Millionen Euro. Diese geringen Mehrkosten im Vergleich zu den 90 Millionen Euro für die Ariane 62 würden die Nutzlast interplanetarer Missionen von 2,5 Tonnen auf 7,5 Tonnen verdreifachen.

Es könnten Standardbausätze für Raumsonden entwickelt werden, die mit viel geringeren Entwicklungskosten beliebige wissenschaftliche Nutzlasten aufnehmen können. Effiziente Ionentriebwerke, die in kommerziellen Satelliten längst Standard sind, aber in der Raumforschung noch als exotisch gelten, könnten die für Instrumente nutzbare Masse noch weiter steigern. Statt sie auf niedriges Gewicht zu optimieren, müssten sie nur noch für den Weltraumeinsatz tauglich gemacht werden.

Das Budget der Esa reicht aus, um in der Raumfahrt viel Größeres als bisher zu leisten. Was fehlt, ist nicht Geld. Was fehlt, sind Reformen, die den Realitäten des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen. Wenn Raumfahrt im Alltag unverzichtbar ist, wie es auch von der Esa immer wieder gesagt wird, dann kann sie keine exotische Hochtechnologie mehr sein und darf auch nicht mehr so behandelt werden. Erst recht nicht, wenn bei genauerem Hinsehen noch die Technik des letzten Jahrhunderts hinter der glitzernden Goldfolie steckt.

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 Zeitdruck und Planungsunsicherheit lassen Raumsonden abstürzen
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Terence01 24. Nov 2019

Das ist das Äquivalent von 50 Cent zu einem 500 Euro Schein...

frugalz 18. Nov 2019

Mit der Industrie kenne ich mich weniger aus, habe aber bei der ESA die Auswirkungen des...

A. Tomic 16. Nov 2019

Was ich nicht so ganz verstehe ist die Forderung, dass innerhalb eines Projektes der Geo...

Muhaha 15. Nov 2019

Das funktioniert so aber nicht. Der Kuchen ist in den letzten Jahrzehnten GEWALTIG...

SJ 15. Nov 2019

Danke.


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