Raumfahrt: Marsrover Curiosity wird aus dem Homeoffice gesteuert

Das Forschungsprogramm auf dem Mars läuft trotz Corona weiter. Nur der Aufwand ist etwas größer als sonst.

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Das Curiosity-Team im Homeoffice: weniger Kommandos, aber kein Stillstand
Das Curiosity-Team im Homeoffice: weniger Kommandos, aber kein Stillstand (Bild: Nasa/JPL-Caltech)

Interplanetarisches Homeoffice: Auch die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) hat ihre Mitarbeiter nach Hause geschickt. Das gilt auch für das Team, das für den Marsrover Curiosity verantwortlich ist. Das Fahrzeug steuern die Mitarbeiter derzeit aus dem heimischen Wohnzimmer.

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Die neuen Abläufe seien gewöhnungsbedürftig, aber langsam stelle sich Routine ein, sagte Alicia Allbaugh, die das Team leitet. Das sei eine typische Situation für die Nasa - und letztlich der Geist, der sie dazu gebracht habe, bei der US-Raumfahrtbehörde anzufangen: "Wir werden mit einem Problem konfrontiert und finden heraus, wie das funktionieren kann."

Ein Herausforderung für das Team ist die Missionsplanung: Normalerweise nutzen die Teammitglieder dafür Shutterbrillen. Damit studieren sie die 3D-Aufnahmen, die Curiosity von seiner Umgebung liefert. So können sie beispielsweise interessante Plätze ausmachen, zu denen sie den Rover schicken können.

Diese Brillen benötigen aber leistungsfähige Computer mit ebensolchen Grafikkarten, die im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien zur Verfügung stehen. Die Laptops, mit denen die Nasa-Mitarbeiter zu Hause arbeiten, reichen dafür aber nicht aus. So muss sich das Team mit gewöhnlichen Rot-Blau-Anaglyphenbrillen behelfen, die zwar weniger komfortabel sind, aber dennoch eine Planung von Fahrten und Aktionen für den Roboterarm ermöglichen.

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Eine andere Schwierigkeit ist die Koordination der Aktivitäten: Das Team arbeitet mit Hunderten Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zusammen, um zu entscheiden, wohin Curiosity fahren und was er näher betrachten soll. Ein Team von etwa 20 Mitarbeitern programmiert dann vor Ort am JPL die Handlungssequenzen für den Rover.

Die Kommunikation mit den Wissenschaftlern laufe auch sonst über Videokonferenzen. Die Arbeit mit dem Team aber nicht, sagte Allbaugh: "Normalerweise sind wir alle in einem Raum und teilen Bildschirme, Bilder und Daten. Die Leute sprechen in kleinen Gruppen und miteinander im ganzen Raum." Jetzt hingegen müsse jeder gleich mehrere Videokonferenzen gleichzeitig im Blick behalten und dazu noch mehrere Messaging-Apps.

Sicherzustellen, dass alle einander verstehen, sei nicht immer einfach und erfordere einigen Aufwand. Carrie Bridge, die das wissenschaftliche Einsatzteam leitet, kommuniziert deshalb proaktiv mit Wissenschaftlern und Ingenieuren, um mögliche Probleme frühzeitig identifizieren zu können. "Ich überwache ständig ungefähr 15 Chat-Kanäle", sagte sie. "Man jongliert mehr als sonst."

Die Planung dauert deshalb länger als normalerweise, weshalb derzeit weniger Kommandos pro Tag zu Curiosity gesendet werden können. Aber, so resümiert Teamleiterin Allbaugh: "Es gibt für uns keinen Stillstand auf dem Mars. Wir forschen nach wie vor."

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