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Raumfahrt: Luftleck an der ISS

Alarm auf der ISS - der Luftdruck sinkt. Ein kleines Leck hat sich im russischen Teil der Station gebildet, die Reparaturarbeiten sind im Gang und können im Livestream verfolgt werden.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Im vorderen Teil dieses Sojus Raumschiffs an der ISS muss sich das Leck gebildet haben. (Bild: Nasa - ISS Livestream / Screenshot (Golem.de))
Im vorderen Teil dieses Sojus Raumschiffs an der ISS muss sich das Leck gebildet haben. Bild: Nasa - ISS Livestream / Screenshot (Golem.de)

Auf der Internationalen Raumstation ISS wurde der normale Betrieb vor einigen Stunden eingestellt, als der Luftdruck ungeplant absank, wie ein französischer Luftfahrtingenieur auf Twitter mitteilte.(öffnet im neuen Fenster) Es muss sich ein ernsthaftes Leck gebildet haben. Als erste Maßnahme wurden die einzelnen Segmente der Station voneinander isoliert um herauszufinden, wo das Loch in der Station ist.

Zunächst wurde klar, dass sich das Leck im russischen Teil der Station befinden musste. Erst später konnte der Ort genauer bestimmt werden. Die Ursache lag nicht innerhalb der Station, sondern an einem Leck in einem der angedockten Sojus Raumschiffe.

Die Sojus Raumschiffe selbst bestehen aus drei Modulen. Das Service Model trägt die Solarzellen, Triebwerke und Treibstoff. Daran befestigt ist die Rückkehrkapsel, in der sich die Astronauten beim Start und der Landung aufhalten. An der Rückkehrkapsel befestigt ist das Orbitalmodul, das als zusätzlicher Aufenthaltsraum dient. Dort hat sich das Leck gebildet.

Die Luft reicht noch für 18 Tage

Der Ort des 2 mm großen Lecks wurde gefunden. Derzeit wird aber noch versucht es genau zu charakterisieren. Die Reparaturarbeiten sind im Gang. Nach Aussagen im Funkverkehr im Livestream von der ISS(öffnet im neuen Fenster) liegt das Leck wohl hinter einem Loch, das wie ein Bohrloch aussieht. Der eigentliche Schaden an der Außenhaut muss in der Nähe, aber noch weiter dahinter liegen, weil am Ende des Lochs blankes Metall zu sehen ist.

Nach Aussagen der Astronauten sieht das Loch nach einem Austrittspunkt aus, nicht nach einem Eintrittspunkt. Die Ursache für das Leck kommt also wohl aus dem Inneren der Station und nicht etwa von einem Mikrometeoriten von außen. Die bisherigen Arbeiten zum Verschluss konnten die Menge der entweichenden Luft auf ein Sechstel reduzieren. Nach vorläufigen Schätzungen reichen die Luftreserven an Bord der ISS damit noch für 18 Tage. Es besteht keine unmittelbare Gefahr. Inzwischen hat auch die Nasa ein Statement zu der Situation veröffentlicht.(öffnet im neuen Fenster)


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