Raumfahrt: Lightsail-2 lebt und funkt Bilder zur Erde

Die beiden ersten Versuche der Planetary Society mit segelnden Satelliten waren nicht von Erfolg gekrönt. Mit der Mission Lightsail-2 will die Gesellschaft zeigen, dass der Segelantrieb im All funktioniert. Bisher läuft alles nach Plan.

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Künstlerische Darstellung von Lightsail-2: finanziert über Spenden
Künstlerische Darstellung von Lightsail-2: finanziert über Spenden (Bild: Josh Spradling / The Planetary Society)

Ein Segler in der Erdumlaufbahn: Der Satellit Lightsail 2 funktioniert und hat ein erstes Bild zur Erde gefunkt. Mit dem Satelliten testet die Planetary Society Segeln im All. Die beiden Vorgängermissionen waren nicht sehr erfolgreich.

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Lightsail-2 ist ein Cubesat-3, der etwa fünf Kilogramm wiegt. Er wurde am 25. Juni an Bord einer Falcon-Heavy-Trägerrakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ins All geschossen. Am 2. Juli setzte ihn Prox-1, ein rund 50 Kilogramm schweres Kleinraumschiff, aus.

Am 7. Juli hat er das erste Bild zur Erde geschickt, das er im Weltraum aufgenommen hat. Es zeigt die Silhouette der Erde vor der Sonne. Der Satellit hat vier Solarmodule, an zwei davon ist jeweils eine Kamera angebracht.

In dieser Woche soll der Satellit sein Segel entfalten. Es besteht aus vier Dreiecken aus einer hauchdünnen Folie, die für den Flug gefaltet und im Cubesat verstaut sind. Mit Hilfe von vier Streben wird das 32 Quadratmeter große Segel gesetzt. Sie halten das Segel auch straff.

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Das Segeln im All funktioniert ähnlich wie auf der Erde, nur dass dort nicht bewegte Luft, sondern ein Teilchenstrom für Vortrieb sorgt: Die Photonen, die die Sonne ins All aussendet, haben zwar keine Masse, aber sie haben einen Impuls. Treffen sie auf das Sonnensegel von Lightsail, werden sie davon reflektiert. Dabei übertragen sie den meisten Impuls auf das Segel und treiben so den Weltraumsegler an.

Auf diese Weise soll Lightsail-2 gut einen Monat lang auf einer elliptischen Umlaufbahn die Erde umkreisen. Dabei entfernt er sich auf der einen Seite immer weiter von der Erde. Aber auf der anderen Seite kommt er ihr immer näher, so dass er irgendwann von der Erdatmosphäre abgebremst wird und darin verglüht.

Lightsail-A schaffte es nicht in den Orbit

Lightsail-2 bereits der dritte segelnde Satellit, den die Planetary Society in den Orbit schießt. Wegen eines Fehlers an der Trägerrakete kam Lightsail-A im Jahr 2005 dort jedoch nie an. Zehn Jahre später folgte Lightsail, der Probleme mit der Software und der Kommunikation hatte. Zwar entfaltete sich das Sonnensegel, doch der Satellit verglühte nach wenigen Tagen.

Mit der über Spenden finanzierten Lightsail-2-Mission will die Planetary Society nachweisen, dass ein Satellit durch den Druck des Sonnenlichts beschleunigt werden kann. Zwar wird er durch den Teilchenstrom nur sehr wenig beschleunigt. Da jedoch unzählige Photonen ihren Impuls auf das Segel übertragen, soll ein segelnder Satellit mit der Zeit sogar schneller fliegen als einer mit einem herkömmlichen Raketenantrieb.

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m9898 10. Jul 2019

Ich glaube du überschätzt die Anzahl an Teilchen im interstellaren Raum massiv.

m9898 10. Jul 2019

Bei idealer Reflexion gilt schlicht der Impulserhaltungssatz. Auf einen idealen Spiegel...

mifritscher 10. Jul 2019

Schwungräder sind auch in 1U Satelliten schon häufiger verbaut worden. Wenn diese...

drunkenmaster 10. Jul 2019

Bei dem Teil ist mir die Episode "Explorers" eingefallen, wo Sisko ein "Raumschiff" mit...



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