Raumfahrt: Letztes Modul der chinesischen Raumstation gestartet

Die chinesische Raumstation steht kurz vor der Fertigstellung. Aber wieder ist Weltraumschrott unkontrolliert zur Erde gefallen.

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Der Start wurde live auf Youtube mit englischem Kommentar übertragen.
Der Start wurde live auf Youtube mit englischem Kommentar übertragen. (Bild: CGTN / Screenshot: Golem.de)

Mit Mengtian ist um 8:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit das dritte und letzte bewohnbare Modul der chinesischen Raumstation gestartet. Das 23 Tonnen schwere zweite Labormodul wurde mit Hilfe einer Langer-Marsch-5B-Rakete vom Weltraumbahnhof Wenchang auf der südlichen chinesischen Insel Hainan gestartet. Die Rakete erreichte um 8:46 Uhr den niedrigen Erdorbit. Es wird nun die restliche Raumstation ansteuern und an die beiden bereits im Orbit befindlichen Module andocken.

In den nächsten Jahren soll noch ein chinesisches Weltraumteleskop im gleichen Orbit ausgesetzt werden, das mit zwei Meter Spiegeldurchmesser etwa der Größe des Hubble-Weltraumteleskops entspricht, aber anders als Hubble für die Beobachtung großer Sternfelder zur Himmelsdurchmusterung optimiert wurde. Es wird im Betrieb frei fliegen, aber zu Wartungszwecken direkt an die Raumstation andocken können, ohne gesonderte Wartungsmissionen mit einem Raumschiff planen zu müssen.

Die chinesische Raumstation ist nach der sowjetischen Raumstation Mir und der internationalen Raumstation erst die dritte Raumstation im Erdorbit, die aus mehreren Modulen aufgebaut wurde. Es ist die viertgrößte Raumstation. Die 1973 mit der letzten Saturn-V-Rakete gestartete amerikanische Skylab-Raumstation war größer und mit 90 Tonnen Startmasse auch schwerer als die drei Module der chinesischen Raumstation zusammengenommen.

Wieder droht Gefahr durch Weltraumschrott

Wie auch bei den letzten Missionen wird die rund 20 Tonnen schwere Kernstufe der Langer-Marsch-5B-Rakete im niedrigen Erdorbit verbleiben und in den nächsten Tagen unkontrolliert abstürzen. Nach dem letzten Start wurde Malaysia nur knapp verfehlt. Wegen ihrer großen Masse besteht bei einem möglichen Absturz über bewohntem Gebiet eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung. Der Absturzort lässt sich nicht vorhersagen, weil die Raketenstufe durch die Luftreibung der Restatmosphäre abgebremst wird.

Die Dichte der Luft ist an der Grenze zum Weltall starken Schwankungen unterworfen und kann kaum gemessen werden. Hinzu kommt die hohe Geschwindigkeit der Raumstation. Selbst wenn der Absturzzeitpunkt auf eine Sekunde genau vorhergesagt werden könnte, entspräche das einer Unsicherheit des Absturzortes von über sieben Kilometern, zumal Trümmerteile nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre je nach Form, Dichte und Gewicht unterschiedlich stark abgebremst werden.

Nachtrag vom 4. November 2022, 11:41 Uhr

Die Raketenstufe sei um 11:01 Mitteleuropäischer Zeit über dem Pazifik abgestürzt, das teilte das US Space Command mit. Schon zuvor war, auf Grundlage einer falschen Prognose, der Luftraum über Spanien von 9:19 bis 10:22 Uhr für Flugzeuge teilweise gesperrt gewesen.

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