Raumfahrt: Keine goldenen Anstecknadeln für kommerzielle Astronauten

Bisher haben Raumfahrer nach ihrer Reise ins Weltall eine goldene Anstecknadel erhalten. Das Programm dafür endet dieses Jahr.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Links befindet sich die goldene Anstecknadel für kommerzielle Astronauten, die Commercial Space Astronaut Wings.
Links befindet sich die goldene Anstecknadel für kommerzielle Astronauten, die Commercial Space Astronaut Wings. (Bild: Jim Watson, AFP, Getty Images)

Wer bisher als kommerzieller Astronaut oder Astronautin ins Weltall gereist ist, konnte sich bei der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) auf eine goldene Anstecknadel als Ehrung bewerben. Doch die FAA "erklärte am Freitag, dass sie ein Programm beendet, in dessen Rahmen kleine goldene Anstecknadeln mit der Bezeichnung 'Commercial Space Astronaut Wings' an bestimmte Personen verliehen wurden, die mit privaten Raumfahrzeugen ins All geflogen sind", berichtet die New York Times.

Ab 2022 wird es diese goldene Anstecknadel nicht mehr geben. Damit möchte die Administration die unangenehme Situation vermeiden, dass die zahlenden Weltraumtouristen eigentlich gar keine Astronauten oder Astronautinnen sind. Sie sind lediglich Passagiere, die ins All fliegen.

Was heißt das für Bezos, Branson und deren Kunden und Kundinnen?

Wer jedoch noch 2021 ins All geflogen ist, darf sich weiterhin auf die goldene Anstecknadel bewerben. Somit erhalten Jeff Bezos, Richard Branson und deren Kundinnen und Kunden noch diese Ehrung, die seit 2004 vergeben wird. Ursprünglich wollte Patti Grace Smith, die erste Leiterin des Büros für kommerzielle Raumfahrt der FAA, damit die private Entwicklung der bemannten Raumfahrt antreiben.

Alle, die das Weltall erreicht haben, durften sich die goldene Anstecknadel anstecken. Der Amazon-Gründer und Betreiber des privaten Raumfahrtunternehmens Blue Origin, Jeff Bezos, war im Juli mit seiner New Shepard Rakete in den Orbit geflogen. Dort hatte er die 100 Kilometer-Marke überschritten, die laut internationaler Definition den Beginn des Weltalls darstellt - die sogenannte Kármán-Linie.

Der Virgin Galactic-Gründer Richard Branson erreichte während seines Raumfluges im Sommer nur knapp die 80 Kilometer-Marke. Doch das reicht in den USA aus, um im Weltraum gewesen zu sein. Um sich nach den ursprünglichen Richtlinien für die kommerziellen Astronautenflügel zu qualifizieren, musste eine Person eine Höhe von mindestens 50 Meilen - was ungefähr 80 Kilometern entspricht - erreichen. Dies ist die von der Nasa und der U.S. Air Force anerkannte Grenze des Weltraums. Außerdem musste der Ehrenträger oder die Ehrenträgerin Mitglied der Flugbesatzung des Raumschiffs sein.

Mittlerweile befinden sich 30 Personen auf der Liste des kommerziellen Space Astronaut Wings-Programms. Zwar wird nach 2021 niemand mehr die kleinen goldenen Anstecknadeln erhalten, dennoch wird man weiterhin in die Online-Datenbank der Behörde aufgenommen. Wer aber mit SpaceX, Virgin Galactic oder Blue Origin in den Orbit reist, hat von den Raumfahrtunternehmen einen individuell gestalteten Flügel geschenkt bekommen - für den Preis der Tickets wohl das Mindeste.

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