Raumfahrt: Jeff Bezos will ins All fliegen

Die New Shepard von Blue Origin soll am 20. Juli erstmals mit Menschen ins All fliegen. Mit dabei: Firmengründer Jeff Bezos.

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Die New Shepard hat schon viele erfolgreiche Testflüge hinter sich.
Die New Shepard hat schon viele erfolgreiche Testflüge hinter sich. (Bild: Blue Origin / Screenshot (Golem.de))

Nach sechs Jahren und 15 Testflügen ist die kleine New Shepard Rakete von Blue Origin bereit für Flüge mit Menschen. Der erste Flug soll am 20. Juli stattfinden. Während das Ticket für den einzigen freien Platz in der Passagierkapsel derzeit versteigert wird, stehen zwei der insgesamt sechs Insassen bereits fest: Der Amazon-Gründer Jeff Bezos, der auch Blue Origin gegründet hat, und dessen Bruder sollen beim ersten Flug dabei sein.

Die kleine New Shepard Rakete wird mit einem Wasserstofftriebwerk angetrieben und erreicht im Flug eine Höhe von knapp über 100 Kilometern, der offiziellen Grenze zum Weltall. Schon zuvor trennt sie nach Brennschluss des Triebwerks die Passagierkapsel ab, um anschließend den Personen darin einige Minuten ungestörte Schwerelosigkeit zu gewährleisten. Drei Minuten später ist die Kapsel wieder so weit gefallen, dass sie von der Atmosphäre gebremst und der Fallschirm geöffnet wird. Der Flug dauert insgesamt 10 Minuten.

Der Testbetrieb der New Shepard verlief langsamer als geplant, aber ohne größere Zwischenfälle. Dazu gehörten auch mehrere Tests der Fluchtraketen des Sicherheitssystems. Ganz anders verlief die Entwicklung des Spaceship Two der von Richard Branson gegründeten Firma Virgin Galactic, bei dessen Entwicklung bislang drei Techniker und ein Pilot starben.

Blue Origin ist seit 20 Jahren kaum erfolgreich

Abseits der kleinen New Shepard konzentriert sich Jeff Bezos' Raumfahrtfirma auf den institutionellen Markt. Blue Origin entwickelt auch die viel größere New Glenn. Mit 1500 Tonnen Startgewicht soll sie etwa dreimal so schwer wie die Falcon 9 sein, aber weniger als ein Drittel des Startgewichts vom Starship haben. Allerdings bleibt auch die Entwicklung der New Glenn weit hinter allen Zeitplänen zurück.

Weil die New Glenn Rakete nicht bereit war, erhielt Blue Origin nicht die erhofften Militäraufträge. Der Hauptgrund sind die methanbetriebenen BE-4 Triebwerke. Diese sollten eigentlich schon 2019 für den Einsatz in der Vulcan Rakete von der United Launch Alliance bereit stehen, sind es aber bis heute nicht. Die Firma hofft nun zumindest noch auf einen ersten Flug der Vulcan vor Ende 2021.

Dieses Jahr scheiterte auch der Versuch, zusammen mit Northrop-Grumman, Lockheed-Martin und Draper einen Auftrag zum Bau eines Mondlanders zu erhalten. Der Lander sollte auf dem unerprobten Blue Moon Mondlander basieren und weitere Bauteile der anderen Firmen integrieren. New Shepard ist damit das bislang einzige erfolgreiche Produkt in der über 20-jährigen Firmengeschichte von Blue Origin.

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nightmar17 08. Jun 2021

Die Dauer ist ja nebensächlich. Das Gefährliche ist ja an sich der Start und die...

Tantalus 08. Jun 2021

Wow, wisch Dir mal den Schaum vom Mund. Kennst Du denn auch nicht mehr den Ausspruch...

Frank... 07. Jun 2021

Wird korrigiert geworden wesen sein. Das Gratisticket für einmalige Benutzung der...



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