Raumfahrt: Jaxa testet System zur Beseitigung von Weltraumschrott
Kampf dem Schrott: Die japanische Raumfahrtagentur Japanese Aerospace Exploration Agency (Jaxa) testet eine neue Möglichkeit, Weltraumschrott zu entsorgen.
Der Raumfrachter Kounotori 6 (HTV, weißer Storch) ist mit einem Testsystem ausgestattet, das beispielsweise ausgediente Satelliten zum Absturz bringen könnte. Das Kounotori Integrated Tether Experiment(öffnet im neuen Fenster) (Kite) ist eine 700 Meter lange elektrodynamische Leine, an deren Ende eine 20 Kilogramm schwere Endmasse befestigt ist.
Strom fließt die Leine entlang
Die Leine kann durch elektrischen Strom und die Einwirkung des Erdmagnetfeldes bewegt werden. Das will die Jaxa während der HTV-6-Mission eine Woche lang testen.
Das Konzept sieht vor, dass eine solche Leine künftig an einem Stück Weltraumschrott angebracht wird. Durch die Bewegung soll das Schrottteil aus seiner Bahn geworfen werden und dann in der Erdatmosphäre verglühen.
Die ISS weicht Schrott aus
Weltraumschrott ist eine Bedrohung für die Raumfahrt. So muss die ISS immer wieder mal größeren Schrottteilen ausweichen. Eine der Antennen sowie Solarpaneele des Weltraumteleskops Hubble sind durch Weltraumschrott beschädigt worden.
Wissenschaftler suchen deshalb nach Lösungen für das Problem. Ein Konzept etwa sieht vor, ein Stück Schrott mit einem Satelliten einzufangen. Eine andere Möglichkeit könnte sein, Schrottteile mit einem Laser zu beschießen und dadurch abzubremsen, damit sie ihre Bahn ändern und schließlich verglühen. Chinesische Wissenschaftler wollen sogar Weltraumschrott zu Treibstoff verarbeiten.
Kounotori setzt Cubesats aus
Kounotori 6 ist am 9. Dezember um 22:26 Uhr Ortszeit (14:26 Uhr mitteleuropäischer Zeit) vom Startplatz Tanegashima in der japanischen Präfektur Kagoshima gestartet. Er soll am Dienstag an der ISS andocken. An Bord hat er knapp sechs Tonnen Versorgungsgüter für die Station. Darunter sind Wasser und Nahrungsmittel, neue Lithium-Ionen-Akkus sowie wissenschaftliche Ausrüstung. Schließlich hat Kounotori 6 sieben Cubesats und eine Startvorrichtung für Minisatelliten an Bord.
Der Raumtransporter bleibt bis Ende Januar oder Anfang Februar 2017 an der ISS angedockt. Er wird mit Abfällen und Schrott von der Station beladen. Nach dem Abdocken wird er beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.
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