Raumfahrt: Japaner testen Mini-Weltraumaufzug im All

Per Aufzug ins All wäre viel günstiger als mit der Rakete. Bisher sind Weltraumaufzüge jedoch noch Science-Fiction. Wissenschaftler und ein Unternehmen aus Japan wollen in Kürze einen Weltraumaufzug im Cubesat-Format auf die ISS schicken und dann im All testen.

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Nasa-Konzept für einen Weltraumaufzug: Woraus besteht das Seil?
Nasa-Konzept für einen Weltraumaufzug: Woraus besteht das Seil? (Bild: Nasa)

Ein Aufzug im All: Japanische Wissenschaftler planen ein Experiment - als Vorbereitung für den Bau eines Weltraumaufzugs. Es soll in der kommenden Woche auf die Internationale Raumstation (Internationale Space Station, ISS) gebracht werden.

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An dem Projekt sind Forscher der Universität von Shizuoka und das Bauunternehmen Obayashi beteiligt. Geplant sei, einen Miniaufzug von der ISS aus zu starten, berichtet die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun. Er besteht aus zwei Cubesats, die durch ein rund zehn Meter langes Stahlseil verbunden sind. Als Gondel dient ein kleiner Container. Er ist mit einem Motor ausgestattet, mit dessen Hilfe er sich an dem Seil entlangbewegen kann. Eine Kamera an einem der Satelliten zeichnet die Fahrten des Containers auf.

Ein HTV bringt das Experiment auf die ISS

Bei einem früheren Experiment wurde ein Seil im Weltraum gespannt. Dieses ist das erste, bei dem ein Container an einem Seil entlangbewegt wird. In der kommenden Woche soll der Miniweltraumaufzug an Bord des japanischen Raumfrachters HTV-7 (von: H-II Transfer Vehicle) zur ISS fliegen. Eine H-IIB-Trägerrakete wird das HTV-7 am 11. September vom Startplatz Tanegashima auf der gleichnamigen Insel im Süden Japans aus ins All bringen.

Wenn dieses Experiment erfolgreich sein wird, ist es ein Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines Weltraumaufzuges. Mit einem solchen Aufzug ließen sich Frachten sehr viel günstiger ins All transportieren als mit einer Rakete. Die Bodenstation eines solches Aufzugs würde in Äquatornähe sein, mutmaßlich irgendwo im Pazifik. Von dort soll ein gigantisches Kabel 100.000 Kilometer weit ins All führen. Am Ende des Seils ist ein Gegengewicht angebracht, das aufgrund der Fliehkraft das Seil straff hält.

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An dem Seil fährt eine Gondel, Climber oder Lifter genannt, nach oben. Der Endpunkt des Aufzugs ist in 36.000 Kilometern Höhe - das entspricht dem geostationären Orbit (Geo). Der Aufstieg bis dorthin würde etwa eine Woche dauern

Ein Stahlseil reißt

Das Problem bei diesem Konzept ist das Seil. Es muss leicht sein und dabei so stabil, dass es nicht unter seinem eigenen Gewicht reißt. Stahl ist ausgeschlossen: Dessen Reißlänge beträgt knapp 26 Kilometer. Eher geeignet wäre ein Verbundwerkstoff aus Kohlenstoffnanoröhrchen oder ein Einkristallfaser aus Diamant.

Projektpartner Obayashi hat bereits vor einigen Jahren angekündigt, einen Weltraumfahrstuhl zu bauen. Daran sollen sechs Climber auf- und abfahren. Ein solcher Climber soll etwa 18 Meter lang sein, einen Durchmesser von etwa sieben Metern haben und rund 30 Passagiere befördern können. Bis Mitte des Jahrhunderts will Obayashi den Weltraumaufzug fertigstellen.

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Dave_Kalama 17. Sep 2018

40 000km raufzuckeln? Das Tempo ist das groesste Problem. Kabellifte sind extrem lahm...

Dave_Kalama 17. Sep 2018

Fachkreise gibts nicht. Handgelenk x pi und man weiss das es theoretisch funktioniert...

berritorre 10. Sep 2018

Danke! Aber nix verstanden... ;-) Muss ich mir mal in Ruhe durchlesen. Physikunterricht...

maxule 06. Sep 2018

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ghost_Ship https://de.m.wikipedia.org/wiki...

Carl Weathers 04. Sep 2018

Das war eine super Episodes. Ich kann den Podcast neben Countdown nur empfehlen.



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