Raumfahrt: Jan Wörner wird neuer Direktor der Esa

Seine Eltern wollten, dass er Arzt oder Pfarrer wird. Doch die Faszination für den Weltraum war größer, und jetzt ist er Chef der europäischen Raumfahrt: Jan Wörner ist seit dem heutigen 1. Juli 2015 Direktor der europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Artikel veröffentlicht am , dpa/Deutsche Presse-Agentur/
Jan Wörner (auf der Ila 2014): Wir fliegen bald zum Mond.
Jan Wörner (auf der Ila 2014): Wir fliegen bald zum Mond. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Die europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) hat einen neuen Chef: Am 1. Juli übernimmt Johann-Dietrich Wörner, kurz Jan genannt, den Vorsitz der Esa von dem Franzosen Jean-Jacques Dordain. Bisher war Wörner Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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Auf Wörner kommt einiges zu. "Insbesondere die Aufgabe, eine neue Trägerrakete zu bauen, die Ariane 6." Dordain hatte das Milliardenprojekt in einem umkämpften Markt als sehr wichtig hervorgehoben und betont: "Wir müssen innovativ sein, erfinden und entwickeln."

Europa fliegt zum Mars

Wichtig ist auch das Galileo-Navigationssystem sowie der Flug zum Nachbarplaneten: "Es wird 2016 und 2018 eine Marsmission der Esa geben", zählt er unter anderem auf. "Generell werden das Thema Internationale Raumstation und die Frage, was nach der ISS kommt, meine Amtszeit dominieren." Die ISS wird voraussichtlich Mitte der 2020er Jahre ihren Betrieb einstellen.

Eigentlich hatte der frühere Hochschulpräsident nie damit gerechnet, beruflich einmal in der Raumfahrt zu landen. Auch wenn der aus Kassel stammende Wörner im Herzen schon immer Astronaut war. "Ohne mich ist kein Neil Armstrong geflogen und auch kein Juri Gagarin. Ich habe alle Flüge und Missionen verfolgt, aber nie gedacht, dass ich selbst mal in diesem Bereich tätig sein würde." Arzt oder Pfarrer hätten sich seine Eltern gewünscht. Der Sohn studierte stattdessen Bauingenieurwesen in Berlin und Darmstadt.

Der Mond ist auch spannend

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Die Begeisterung für Technik und Forschung wird ihm bei der Esa Antrieb sein. Wenn auch alle vom Mars reden, ein "spannendes Territorium" sei definitiv der Mond, sagt er. "Ich glaube, dass der Mensch bald zum Mond aufbrechen wird und hoffe, dass Alexander Gerst dabei sein wird."

Wörner schaut weit in die Zukunft: Eines Tages werde die Sonne die Erde so erhitzen, dass die Menschheit auswandern müsse - vielleicht zum Mars. In den nächsten Jahrzehnten sei ein Leben auf dem Roten Planeten aber noch undenkbar: "Auf dem Mars können wir nicht draußen rumlaufen, wir können dort nicht atmen, wir müssten wegen der erhöhten Strahlung besondere Schutzanzüge tragen." Machbar sei eine erste bemannte Mission zur Erkundung des Mars bis 2050.

Raumfahrt wird privat

Die Raumfahrt sehen viele vor großen Veränderungen, so auch Wörner. Kommerzielle Interessen kommen stärker ins Spiel. Einige Aufgaben seien schon auf Private übergegangen, etwa die Kommunikationssatelliten. Auch der Weltraumtourismus entwickle sich: "Es gibt einige private Anbieter. Interessenten können für einen zweistelligen Millionenbetrag zur ISS oder für 200.000 Euro auf 100 Kilometer Höhe fliegen."

Grundsätzlich ist dem künftigen Esa-Chef das Verbindende wichtiger als nationales Denken. Wenn der Mensch zum Mars fliegen sollte, wünscht sich Wörner, "dass wir dann gar nicht darüber reden, welche Nationalität an Bord ist. Wir sind eine global agierende Gemeinde".

Raumfahrt trägt zur Völkerverständigung bei

Der Vater von drei erwachsenen Kindern hat zwar den Orbit im Blick, blendet die Weltpolitik - Ukraine-Konflikt oder Dissonanzen zwischen dem Westen und Russland - aber nicht aus: "Die Raumfahrt kann in Zeiten irdischer Krisen eine gute Rolle in der Völkerverständigung spielen. Raumfahrt hat auch die Aufgabe, in schwierigen Zeiten internationale Kooperation aufrechtzuerhalten."

Die Esa hat ihren Sitz in Paris. Sie hat 22 Mitgliedsländer, darunter 20 EU-Länder sowie die Schweiz und Norwegen. Kanada ist assoziiertes Mitglied. Hinzu kommen verschiedene kooperierende Staaten aus Europa und anderen Teilen der Welt. Wörner ist der zweite deutsch Esa-Direktor nach Reimar Lüst, der die Esa von 1984 bis 1990 leitete.

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Schrödinger's... 01. Jul 2015

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prof_kai 01. Jul 2015

Der Mensch sollte sich lieber auf den Mond und seine Ressourcen konzentrieren und die...



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