Raumfahrt: Ist Leben auf dem Mars möglich?
Gibt es Leben auf dem Mars, ist eine der Fragen, die der Mars-Rover Curiosity(öffnet im neuen Fenster) klären soll. Möglich sei das, sagen Wissenschaftler auf der Erde. Sie haben irdische Mikroorganismen auf ihre Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit hin untersucht.
Mars Analogues for Space Exploration(öffnet im neuen Fenster) (Mase) heißt das europäische Forschungsprojekt, dessen Ziel ist, herauszufinden, ob Leben auf dem Mars möglich ist. Die Bedingungen dort sind nicht gut: Die Atmosphäre ist sehr dünn, es gibt keinen Sauerstoff. Die Temperaturen sind extrem niedrig, es ist sehr trocken, die Strahlung ist hoch.
Mikroorganismen existieren unter extremen Bedingungen
Allerdings gibt es auch auf der Erde Orte, an denen Organismen unter ungemütlichen Bedingungen existieren – auch wenn dort nicht alle Stressfaktoren gleichzeitig auftreten wie auf dem Mars. Für diese Mikroorganismen interessieren sich die Mase-Forscher. Sie wollen herausfinden, wie überlebensfähig sie sind.
Dazu untersuchten die Astrobiologen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Organismen aus besonders säurehaltigen Milieus wie etwa aus dem Rio Tinto in Spanien und einem See auf Island. Im Sippenauer Moor in Deutschland fanden sie Organismen, die an ein anaerobes sulfidreiches Umfeld angepasst sind. In extrem niedrigen Temperaturen leben Organismen in russischen und kanadischen Permafrostböden.
Wie reagieren Organismen auf Mars-Bedingungen?
Die Proben setzten sie in einer Planeten- und Weltraumsimulationsanlage Bedingungen aus, die denen auf dem Mars vergleichbar sind. Sie wollten wissen, wie Organismen, die an einen bestimmten Stressfaktor angepasst sind, auf den Einfluss weiterer auf dem Mars auftretender Stressfaktoren reagieren. "In der ersten Phase des Mase-Projekts konnten wir schon sehr interessante Mikroorganismen mit ungewöhnlichen Eigenschaften isolieren, die unser Verständnis der Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit von Lebewesen erheblich erweitern" , sagt Projektleiterin Petra Rettberg(öffnet im neuen Fenster) .

Zwar gibt es auch heute mutmaßlich noch flüssiges Wasser auf dem Mars . Doch waren die Bedingungen in der Marsvergangenheit deutlich lebensfreundlicher. Die Mase-Wissenschaftler untersuchen deshalb die Fossilienbildung. So könnten Spuren von Organismen in Proben vom Mars identifiziert werden.
Die Ergebnisse des Mase-Projekts sind unter anderem wichtig für die europäische Marsmission Exomars(öffnet im neuen Fenster) , die zwei Flüge zum Mars umfasst. Der erste ist für März 2016 geplant.
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