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Raumfahrt: Ankunft des russischen Moduls Nauka an der ISS

Nauka trotzte technischen Problemen und ist endlich an der Raumstation ISS angekommen. Das russische Modul sollte eigentlich schon 2007 starten.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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So soll Nauka einmal an der ISS angedockt aussehen. (Bild: Nasa)
So soll Nauka einmal an der ISS angedockt aussehen. Bild: Nasa

Beim Aufbau der Internationalen Raumstation ISS fehlte bislang noch immer ein großes Modul: Das russische Forschungsmodul Nauka.(öffnet im neuen Fenster) Schon 2007 sollte es mit einer Proton-Rakete gestartet werden, aber technische Probleme mit dem Modul und der Rakete verzögerten den Start immer wieder. Zusammen mit Nauka gelangt auch der europäische Roboterarm ERA zur Internationalen Raumstation. Er war längst fertiggestellt, es gab aber keine andere Transportmöglichkeit.

Am 21. Juli fand der Start(öffnet im neuen Fenster) nun endlich statt. Alles verlief nach Plan.(öffnet im neuen Fenster) Die Rakete setzte das Modul im geplanten Orbit aus, die Solarpanele und Antennen wurden wie geplant ausgeklappt. Aber in den Tagen danach kündigten sich Probleme an. Die Haupttriebwerke und eine Reihe von Manövrierdüsen funktionierten nicht, mit denen das Modul selbstständig zur ISS fliegt. Roskosmos gab kaum offizielle Informationen zum Zustand von Nauka bekannt, aber die Vorbereitungen zum Andockmanöver wurden immer wieder verschoben.

Aus den spärlichen Informationen und Beobachtungen vom Boden ging hervor, dass in der Zwischenzeit der Orbit des Nauka Moduls immer wieder mithilfe der Manövrierdüsen angehoben wurde. Ohne die effizienteren Haupttriebwerke verbraucht das mehr Treibstoff, aber offensichtlich ist sich Roskosmos sicher, dass das Modul ausreichende Reserven an Bord hat.

Weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen

Vor der Ankunft von Nauka musste das kleine Pirs-Modul mithilfe eine Progress Transporters von der Andockschleuse entfernt werden, an der Nauka andocken soll. Statt am Freitag geschah das erst am heutigen Montag(öffnet im neuen Fenster) , nach einem erfolgreichen Test des Kurs-Andocksystems an Bord von Nauka. Trotz der Probleme liegt Nauka damit noch immer im Zeitplan.

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Zu Verschiebungen könnte es dennoch kommen, falls bei der Inspektion der Andockschleuse mögliche Probleme entdeckt werden. Es ist das erste mal, dass ein Modul nach 20 Jahren von einer Schleuse entfernt und durch ein anderes ersetzt werden soll. Die längste Zeit waren bislang 7 Jahre.

Sollte sich das Dockingmanöver verzögern, hätte das wahrscheinlich auch Auswirkungen auf den zweiten Start des Boeing Starliner Raumschiffs. Nach einer Vielzahl technischer Probleme beim ersten Start im Dezember 2019 soll es nun nochmal getestet werden.

Nachtrag vom 29. Juli 2021, 16:24 Uhr

Nauka ist erfolgreich angedockt(öffnet im neuen Fenster) , mit den Worten: "Gratulation! Das war kein einfaches Andockmanöver." Die letzten Meter des Andockmanövers von Nauka musste Kosmonaut Oleg Novitskiy von Hand durchführen. 14 Jahre nach dem ursprünglich geplanten Termin hat die Internationale Raumstation ISS ein neues Modul. Seit dem Start tauchten immer wieder technische Probleme bei der Steuerung des Moduls auf. Schließlich gelang der Anflug zur ISS.

Aber dann sorgte das automatische Kurs-Andocksystem für zu große Abweichung vom geplanten Anflug, möglicherweise durch die zuvor aufgetretenen Probleme. Immer wieder wurde versucht, das Kurs-System zu aktivieren, aber die Abweichungen waren immer wieder zu groß. Deshalb musste Novitskiy mit der manuellen Steuerung übernehmen. Das Manöver gelang dennoch professionell und Nauka erreichte die Andockschleuse, an der sich bis vor wenigen Tagen das kleine Pirs-Modul befand. Die Verbindung mit der ISS gelang danach ohne weitere Probleme.

Nachtrag vom 29. Juli 2021, 17:23 Uhr

Entgegen der Aussagen im Livestream der Nasa fand das Andockmanöver doch automatisch statt.(öffnet im neuen Fenster)


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