Raumfahrt: Isee-3 feuert seine Triebwerke
Nach 27 Jahren Stillstand sind die Triebwerke der Raumsonde International Sun-Earth Explorer 3 (Isee-3) wieder gestartet worden. Die beiden Triebwerke wurden elf Mal jeweils für einen kurzen Moment gezündet. Das letzte Manöver mit der Sonde war im Februar 1987 durchgeführt worden.

Ziel des Manövers, das am frühen Donnerstagmorgen abgeschlossen wurde, war, die Eigenrotation der Sonde zu beschleunigen. Diese beträgt nach dem Feuern 19,76 Umdrehungen pro Minute. Vorher hatte Isee-3 sich 19,16 mal in der Minute gedreht.
Sehr guter Tag
Laut der Spezifikationen der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) braucht die Sonde eine Eigenrotation mit 19,75 +/- 0,2 Umdrehungen pro Minute, um Korrekturen in der Flugbahn vornehmen zu können. "Alles in allem ein sehr guter Tag" , resümierte Keith Cowing vom Isee-3 Reboot Projects(öffnet im neuen Fenster) .
Die Mitarbeiter des Isee-3 Reboot Projects(öffnet im neuen Fenster) brauchten mehrere Versuche, um die Triebwerke wieder zu starten. Dafür waren unter anderem Probleme in der Kommunikation verantwortlich. Einer der Transponder habe Schwierigkeiten, das Signal von der Erde zu empfangen, erklärte Dennis Wingo, der andere Gründer des Projekts, dem US-Raumfahrtnachrichtenangebot Spacenews(öffnet im neuen Fenster) . Wingo führt das auf die hohe Strahlenbelastung zurück, der Isee-3 ausgesetzt war.
Kurskorrektur in Kürze
Das Raumfahrzeug ist derzeit auf dem Weg zur Erde und noch rund 6,2 Millionen Kilometer entfernt. Um es wieder in eine stabile Erdumlaufbahn zu dirigieren, muss in Kürze eine Kurskorrektur vorgenommen werden. Ob es dazu kommt, entscheidet sich voraussichtlich in der kommenden Woche: Dann treffen sich Vertreter des Isee-3 Reboot Projects mit der Nasa, der die Sonde Isee-3 gehört und die dem Manöver zustimmen muss.
Isee-3 wurde 1978 ins All geschossen, um das Erdmagnetfeld aus einer Entfernung von etwa 1,5 Millionen Kilometern zu erforschen. Nach einigen Jahren bekam das Raumfahrzeug eine neue Aufgabe und einen neuen Namen: Aus dem International Sun-Earth Explorer 3 wurde der Kometenbeobachter International Cometary Explorer (ICE), der um die Sonne kreiste.
Kometen- und Sonnenbeobachtung
1985 passierte ICE den Kometen Giacobini-Zinner(öffnet im neuen Fenster) in etwa 7.800 Kilometern und flog durch dessen Schweif. 1986 sollte die Sonde den Halley'schen Kometen(öffnet im neuen Fenster) beobachten, war aber zu weit weg, um Ergebnisse liefern zu können. Danach wurde das Raumfahrzeug zur Sonnenbeobachtung eingesetzt und 1997 aufgegeben.
2008 fing das Deep Space Network(öffnet im neuen Fenster) jedoch Signale von Isee-3/ICE auf. So entstand die Idee, die Sonde, die unterwegs Richtung Erde ist, zu reaktivieren. Ende Mai hatte das Projekt eine Funkverbindung in beide Richtungen eingerichtet und erste Kommandos an die Sonde gesendet . Die private Initiative Isee-3 Reboot Projects will sie zu einer öffentlichen Forschungsplattform machen.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



