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Raumfahrt: Isee-3 feuert seine Triebwerke

Es ist alles bereit für den neuen Kurs: Die Triebwerke der Raumsonde Isee-3 funktionierten auch nach einem Vierteljahrhundert noch. Sie wurden gefeuert, um die Sonde für eine Kurskorrektur in Richtung Erde bereitzumachen. Diese soll in Kürze erfolgen.
/ Werner Pluta
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Raumsonde Isee-3: erstes Manöver seit 1987 (Bild: Isee-3 Reboot Project)
Raumsonde Isee-3: erstes Manöver seit 1987 Bild: Isee-3 Reboot Project

Nach 27 Jahren Stillstand sind die Triebwerke der Raumsonde International Sun-Earth Explorer 3 (Isee-3) wieder gestartet worden. Die beiden Triebwerke wurden elf Mal jeweils für einen kurzen Moment gezündet. Das letzte Manöver mit der Sonde war im Februar 1987 durchgeführt worden.

Isee-3 Reboot Project
Isee-3 Reboot Project (02:28)

Ziel des Manövers, das am frühen Donnerstagmorgen abgeschlossen wurde, war, die Eigenrotation der Sonde zu beschleunigen. Diese beträgt nach dem Feuern 19,76 Umdrehungen pro Minute. Vorher hatte Isee-3 sich 19,16 mal in der Minute gedreht.

Sehr guter Tag

Laut der Spezifikationen der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) braucht die Sonde eine Eigenrotation mit 19,75 +/- 0,2 Umdrehungen pro Minute, um Korrekturen in der Flugbahn vornehmen zu können. "Alles in allem ein sehr guter Tag" , resümierte Keith Cowing vom Isee-3 Reboot Projects(öffnet im neuen Fenster) .

Die Mitarbeiter des Isee-3 Reboot Projects(öffnet im neuen Fenster) brauchten mehrere Versuche, um die Triebwerke wieder zu starten. Dafür waren unter anderem Probleme in der Kommunikation verantwortlich. Einer der Transponder habe Schwierigkeiten, das Signal von der Erde zu empfangen, erklärte Dennis Wingo, der andere Gründer des Projekts, dem US-Raumfahrtnachrichtenangebot Spacenews(öffnet im neuen Fenster) . Wingo führt das auf die hohe Strahlenbelastung zurück, der Isee-3 ausgesetzt war.

Kurskorrektur in Kürze

Das Raumfahrzeug ist derzeit auf dem Weg zur Erde und noch rund 6,2 Millionen Kilometer entfernt. Um es wieder in eine stabile Erdumlaufbahn zu dirigieren, muss in Kürze eine Kurskorrektur vorgenommen werden. Ob es dazu kommt, entscheidet sich voraussichtlich in der kommenden Woche: Dann treffen sich Vertreter des Isee-3 Reboot Projects mit der Nasa, der die Sonde Isee-3 gehört und die dem Manöver zustimmen muss.

Isee-3 wurde 1978 ins All geschossen, um das Erdmagnetfeld aus einer Entfernung von etwa 1,5 Millionen Kilometern zu erforschen. Nach einigen Jahren bekam das Raumfahrzeug eine neue Aufgabe und einen neuen Namen: Aus dem International Sun-Earth Explorer 3 wurde der Kometenbeobachter International Cometary Explorer (ICE), der um die Sonne kreiste.

Kometen- und Sonnenbeobachtung

1985 passierte ICE den Kometen Giacobini-Zinner(öffnet im neuen Fenster) in etwa 7.800 Kilometern und flog durch dessen Schweif. 1986 sollte die Sonde den Halley'schen Kometen(öffnet im neuen Fenster) beobachten, war aber zu weit weg, um Ergebnisse liefern zu können. Danach wurde das Raumfahrzeug zur Sonnenbeobachtung eingesetzt und 1997 aufgegeben.

2008 fing das Deep Space Network(öffnet im neuen Fenster) jedoch Signale von Isee-3/ICE auf. So entstand die Idee, die Sonde, die unterwegs Richtung Erde ist, zu reaktivieren. Ende Mai hatte das Projekt eine Funkverbindung in beide Richtungen eingerichtet und erste Kommandos an die Sonde gesendet . Die private Initiative Isee-3 Reboot Projects will sie zu einer öffentlichen Forschungsplattform machen.


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