Raumfahrt: Isar Aerospace plant zweiten Testflug im März

Die von der europäischen Raumfahrtbranche mit großen Hoffnungen begleitete Weltraumrakete des Münchner Start-ups Isar Aerospace soll nun im März zu ihrem zweiten Testflug abheben. Das technische Problem, welches den ursprünglich für vergangene Woche geplanten Start verhinderte, ist behoben, wie das Unternehmen mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Das neue Zeitfenster für den geplanten Start vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya beginnt demnach am 19. März 2026.
Die Spectrum genannte Rakete hatte im März 2025 ihren ersten Testflug absolviert, bei dem nur 30 Sekunden bis zum Absturz vergangen waren. Vergangene Woche hatte das Unternehmen den zweiten Flug kurzfristig abgesagt , weil ein Druckventil nicht so funktionierte wie erwartet.
"Wir konnten das Ventilproblem schnell beheben und damit den Weg für unsere Startvorbereitungen freimachen" , sagte Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace. "Unser Ziel mit dieser Mission ist es, echte Fortschritte zu demonstrieren. Um das zu erreichen, werden wir unsere Systeme erneut bis an ihre Grenzen bringen. Wir sind bereit, beim nächstmöglichen Startfenster fortzufahren."
Europas Abhängigkeit im All
Die Rakete ist für den Transport erdnaher Satelliten in die Umlaufbahn gedacht. Bei dem geplanten Flug soll sie Nutzlasten von bis zu einer Tonne in den niedrigen Erdorbit bringen. Vorgesehen ist unter anderem der Transport von fünf kleinen Satelliten, darunter auch ein Projekt der Technischen Universität Berlin, sowie eines weiteren Experiments.
Grund des großen Interesses in der europäischen Raumfahrtindustrie ist die derzeitige weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Der überwiegende Teil der europäischen Satelliten wird seit Jahren vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk, der eine Nähe zum US-Präsidenten Donald Trump pflegt, gestartet.
Vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden wirtschaftspolitischen Spannungen mit den USA bemüht sich die Europäische Union seit Jahren darum, private Raumfahrtunternehmen stärker zu fördern. Neben staatlichen Programmen sollen insbesondere junge Unternehmen dazu beitragen, Europas Zugang zum All unabhängiger zu machen. Ziel ist es, flexiblere und kostengünstigere Startmöglichkeiten zu schaffen, vor allem für kleinere Satelliten und wissenschaftliche Missionen.