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Raumfahrt: Iran hat eigene Raumkapsel im Weltall getestet

Am Nikolaustag hatte der Iran seine eigene Raumkapsel in eine Höhe von 130 Kilometer und damit ins Weltall transportiert. An Bord sollen sich Tiere befunden haben.
/ Patrick Klapetz
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Start der iranischen Raumkapsel-Mission. (Bild: Iran's Ministry of Defence, Firstpost)
Start der iranischen Raumkapsel-Mission. Bild: Iran's Ministry of Defence, Firstpost

Am 6. Dezember 2023 hatte der Iran seine eigene Raumkapsel zum ersten Mal bei einem Weltraumflug getestet(öffnet im neuen Fenster) . Die 500 Kilogramm schwere Kapsel erreichte eine Höhe von 130 Kilometern und damit den Weltraum.

Laut dem internationalen Luftsportverband FAI (Fédération Aéronautique Internationale) wird die Grenze zum All mit der fiktiven Kármán-Linie, in einer Höhe von 100 Kilometern, definiert.

Die Raumkapsel wurde mit der iranischen Salman-Feststoffrakete ins All geschossen. Hossein Dalirian, ein Sprecher der iranischen Raumfahrtbehörde, teilte ein Video des Raketenstarts auf X(öffnet im neuen Fenster) .

Laut einem Bericht von dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera(öffnet im neuen Fenster) befanden sich Tiere an Bord der Kapsel. Um welche Tiere es sich handelt, wurde offiziell nicht bestätigt. Bereits 2013 soll der Iran zwei Affen ins Weltall geschickt haben. Jedoch ist umstritten, ob es wirklich dazu kam. Insofern sind die Aussagen der iranischen Regierung nicht immer vertrauenswürdig.

Bis 2029 sollen iranische Astronauten ins Weltall gebracht werden

Laut der iranischen Raumfahrtbehörde ISA (Iranian Space Agency) soll dieser Testflug dabei helfen, zukünftig eigene Astronauten in den Weltraum zu bringen. Nach Angaben eines hochrangigen iranischen Beamten hat das Land erfolgreich eine "einheimische Biokapsel" gestartet. Bis Ende 2029 sollen die ersten Astronauten in die Umlaufbahn gebracht werden.

Der Iran ist derzeit in der Lage, Kleinsatelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Doch für den Transport von Menschen müsste das Land viel größere und zuverlässigere Trägerraketen entwickeln.

Zudem fehlt eine Raumkapsel mit zuverlässigen Lebenserhaltungssystemen - inwieweit diese bei der aktuellen Raumkapsel funktionieren, ist unbekannt. Dazu gehören etwa ein Hitzeschild für den Wiedereintritt in die Atmosphäre und ein Fallschirmsystem für die Landung. Derzeit sind nur die USA, Russland und China dazu in der Lage, Menschen in den Weltraum zu schicken. Indien könnte mit seinem Gaganyaan-Projekt das vierte Land werden.

Kooperation mit Russland

Die US-Sanktionen gegen den Iran könnten die Entwicklung einer eigenen funktionsfähigen Raumkapsel für Menschen erschweren. Jedoch haben der Iran und Russland ein Abkommen(öffnet im neuen Fenster) über die Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt und einen Vertrag für neue Satelliten unterzeichnet.

Die Technologie soll für zivile Zwecke genutzt werden. Israel und die USA fürchten jedoch, dass die Raumfahrttechnik auch militärisch genutzt werden könnte. Im März hofft der Informationsminister Isa Sarepur(öffnet im neuen Fenster) auf "weitere gute Nachrichten" im Bereich der Raumfahrttechnologie.


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