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Raumfahrt: Indien startet ambitionierte Mondmission

Dank Indiens neuer GSLV-Rakete besteht Chandrayaan-2 nicht nur aus einem Orbiter, sondern bringt auch einen Lander mit Rover auf den Mond. Nach dem erfolgreichen Start soll die Sonde am 6. September 2019 in der Nähe des Südpols landen.

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Die neue GSLV Mk3 beim Start in Sriharikota erinnert etwas an die Ariane 5.
Die neue GSLV Mk3 beim Start in Sriharikota erinnert etwas an die Ariane 5. (Bild: ISRO/Screenshot: Golem.de)

Im zweiten Versuch hat es geklappt, die indische Mondmission Chandrayaan-2 ist auf dem Weg. Nachdem vor einer Woche der erste Startversuch der Rakete wegen eines Sauerstofflecks an der Oberstufe abgebrochen wurde, verlief der Start in Sriharikota erfolgreich. Die Mission wurde sogar in einem höheren als dem geplanten Orbit ausgesetzt, mit einer maximalen Höhe von 44.809 km statt 36.000 km.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: Indien startet ambitionierte Mondmission
  2. Neue Rakete für den Bau einer Raumstation

Die Mission wurde nicht direkt zum Mond geschickt, weil dies mit der schweren Oberstufe von Indiens neuer GSLV-Mk-III-Rakete zu ineffizient wäre. Stattdessen wird Chandrayaan-2 in 48 Tagen mit einer Serie von sechs Manövern selbst den Mond erreichen. Um den Oberth-Effekt auszunutzen, werden die Triebwerke jeweils in Erdnähe gezündet, bis der höchste Punkt des Orbits in der Nähe des Mondes liegt.

Die Landung ist im September

Am 14. August 2019 soll der Übergang zum Mond erreicht sein und der erste Orbit am 19. August. Wenn alles funktioniert, wird der Chandrayaan-2-Orbiter am 1. September in eine 100 km hohe Umlaufbahn mit 2 Stunden Umlaufzeit einschwenken und den Lander abkoppeln. Der geplante Landezeitpunkt ist der 6. September 2019, zehn Minuten vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit.

Anders als Chandrayaan-2 bestand Indiens erste Mondsonde nur aus einem Orbiter. Diesmal kommt noch ein Lander mit einem Rover hinzu, der in der Südpolregion des Mondes aufsetzen soll. Der Lander übernimmt die Kommunikation mit der Erde. Es wird nicht erwartet, dass er länger als 14 Tage funktioniert.

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Die höhere Leistung der Oberstufe half dabei, die Treibstoffreserven der Mission zu maximieren. Die Oberstufe wurde mit Absicht bis zur Erschöpfung des Treibstoffs betrieben und nicht nach Erreichen des geplanten Orbits abgeschaltet, auch um die Leistung der Rakete zu demonstrieren. Das Wasserstofftriebwerk dieser Stufe ist eine indische Eigenentwicklung mit 20 Tonnen Schub, nachdem bei früheren Raketen der Nachbau eines kleineren russischen Triebwerks zum Einsatz kam.

Konstruktion des Landers musste ohne russische Hilfe auskommen. Nach Verzögerungen durch den Fehlschlag der russischen Marsmondlandemission Phobos-Grunt und Zahlungsschwierigkeiten bei Roskosmos wurde die Kooperation aufgelöst und Indien entwickelte den Lander selbst.

Laser und Alphastrahlung analysieren den Mond

An Bord des 1.471 kg schweren Landers sind vier Instrumente: ein weiterer Laserreflektor zur Vermessung des Mondabstands von der Erde, ein Seismometer, eine Wärmesonde, die sich 10 cm tief in den Mondboden eingraben soll und eine Langmuir-Sonde. Die Sonde kann die Energie und Dichte der Elektronen in der äußerst dünnen, ionisierten Mondatmosphäre messen.

Auf dem 27 kg schweren Rover befinden sich zwei Instrumente zur Untersuchung der Bodenbeschaffenheit. Das erste ist ein Alphapartikel-Röntgenspektrometer. Jeder Marsrover hatte ein solches Instrument an Bord, ebenso die Surveyor-Mondlandesonden, der chinesische Mondrover Yutu und der Kometenlander Philae. Das Gerät bestrahlt die Probe mit Alpha- und Gammastrahlung einer radioaktiven Probe. Dadurch wird das Material zur Emission von Röntgenstrahlung angeregt, die mit einem Spektrometer vermessen wird.

Genauso wie auf dem Marsrover Curiosity befindet sich außerdem ein Laser an Bord des Rovers. Er kann mit intensiven Laserpulsen Boden und Gestein zu Plasma erhitzen. Das Licht des leuchtenden Plasmas kann anschließend spektrographisch untersucht werden, ohne dass das Instrument in unmittelbare Nähe der Probe gebracht werden muss.

Die Masse des Orbiters, inklusive des Treibstoffs für den Weg zum Mond, beträgt 2.379 kg und seine Mission ist auf ein Jahr ausgelegt. Er soll die Mondoberfläche mit einer Kamera und Radar vermessen. Ein Massenspektrometer wird die dünne Mondatmosphäre im Orbit analysieren. Hinzu kommen Röntgen- und Infrarotspektrometer. Das Infrarotspektrometer soll vor allem die chemische Mineralzusammensetzung der Oberfläche bestimmen und nach Hinweisen auf Wasser und Hydroxylgruppen suchen. Außerdem kann es die Oberflächentemperatur messen.

Neue Rakete für den Bau einer Raumstation 
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Michael H. 23. Jul 2019

Ich weiss nicht ob du die Netflix Flat Eartheners Dokumentation (Unter dem Tellerrand...

TacticalBush 22. Jul 2019

, fliegen


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