Raumfahrt: Hayabusa 2 fliegt weiter und besucht noch zwei Asteroiden

Noch 11 Jahre geht die Mission zur Untersuchung der Ursprünge des Sonnensystems und Möglichkeiten zur Asteroidenabwehr weiter.

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Hayabusa 2 ist seit 2014 unterwegs und soll noch bis 2031 fliegen.
Hayabusa 2 ist seit 2014 unterwegs und soll noch bis 2031 fliegen. (Bild: Wikimedia/DLR)

Nachdem die japanische Raumsonde Hayabusa 2 im Jahr 2019 den Asteroiden Ryugu besucht und Proben genommen hat, ist sie auf dem Weg zurück zur Erde. Im Dezember soll sie ankommen und im Vorbeiflug an der Erde eine Rückkehrkapsel mit Hitzeschutzschild und Fallschirm über Australien abwerfen. Aber der Wanderfalke, so die deutsche Übersetzung des Namens, hat noch Treibstoff in den Tanks der Ionentriebwerke, um weitere Asteroiden zu besuchen. Die genauen Pläne dafür wurden am 15. September bekannt gegeben. Bis 2031 soll die Sonde zwei weitere Asteroiden untersuchen. Genug Zeit also, um das Papiermodell der Sonde auszudrucken und zusammenzubasteln.

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Das endgültige Ziel der verlängerten Mission ist der Asteroid 1998 KY26. Mit rund 30 bis 40 Meter Durchmesser ein echter Winzling, aber gerade groß genug um bei einer Kollision mit der Erde Schaden anzurichten. Er ist genauso groß wie der Asteroid, der 2014 über Tschelyabinsk in die Erdatmosphäre eintrat und mit einer starken Schockwelle zerplatzte, durch die über 1.000 Menschen verletzt wurden.

Der Asteroid 1998 KY26 wurde erstmals im Mai 1998 entdeckt, als er sich auf ungefähr die doppelte Mondentfernung an die Erde annäherte. Radaruntersuchungen erlaubten Angaben zu Durchmesser und Rotationsgeschwindigkeit, zeigten aber keine Details der Oberfläche. Eine volle Rotation benötigt nur 10 Minuten und 42 Sekunden, womit die Zentrifugalkraft an der Oberfläche größer als die schwache Gravitation des Asteroiden ist. Wenn es sich bei KY26 auch um einen Schutthaufen wie Ryugu handelt, müsste er von einer anderen Kraft als der Gravitation zusammengehalten werden.

Um den Aufbau dieser Klasse der kleinen, schnell drehenden Asteroiden zu untersuchen, soll sich Hayabusa 2 dem Asteroiden so weit wie möglich nähern und ihn dabei mit Kameras und Infrarotspektrometern untersuchen. Der Flug dorthin wird elf Jahre dauern. Dabei wird die Sonde noch zweimal zur Erde zurückkehren, um mithilfe von deren Gravitation die Flugbahn anzupassen und durch Mondbeobachtungen die Instrumente neu zu kalibrieren, die ständig der kosmischen Strahlung ausgesetzt sind. Im Juli 2026 fliegt die Sonde außerdem an dem 700 Meter großen Asteroiden 2002 CC21 vorbei, von dem aber nur einige Bilder gemacht werden sollen.

Hayabusa 2 wird unterwegs zum Weltraumteleskop

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Während des langen Fluges soll die Sonde weitgehend autonom fliegen, um Kosten bei der Missionsbetreuung zu sparen. Dabei werden die Kameras an Bord der Sonde dennoch aktiv bleiben und weitere Beobachtungen durchführen. Schließlich ist so eine Raumsonde nichts anderes als ein kleines Weltraumteleskop, das Beobachtungen ohne die störende Erdatmosphäre durchführen kann. So sollen helle Sterne beobachtet werden, um Planeten mit der Transit-Methode zu finden. Weltraumteleskope wie Cheops, die nur für diese Methode gebaut wurden, sind für die Beobachtung dieser hellen Sterne zu groß und empfindlich.

Das zweite Ziel befindet sich überall im Sonnensystem. Denn hier gibt es nicht nur große Gesteinsbrocken wie Asteroiden, sondern auch feinen Staub, der Sonnenlicht reflektiert. Durch ihn entsteht das sogenannte Zodiakallicht. Hayabusa 2 soll dieses Licht in unterschiedlichen Entfernungen von der Sonne beobachten und so Daten zur Staubverteilung im Sonnensystem gewinnen, was seit den Pioneer Sonden in den 1970er Jahren nicht mehr gemacht wurde.

Die japanische Weltraumagentur Jaxa hofft bei der Mission vor allem auf neue Erkenntnisse über den frühen Aufbau des Sonnensystems, als kleine Asteroiden wie 1998 KF26 entstanden sind. Außerdem sollen die ersten Nahaufnahmen eines Asteroiden dieser Größenklasse Hinweise darauf geben, wie sie vor einer Kollision mit der Erde abgewehrt werden könnten, um Zwischenfälle wie in Tschelyabinsk zu verhindern.

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