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Raumfahrt: Globales Satellitennetz für Bluetooth-Geräte geplant

Ein US-Unternehmen will 300 Satelliten ins Weltall schicken. Das Netzwerk soll Echtzeit-Updates für Geräte mit Bluetooth-Low-Energy-Chips (BLE) bereitstellen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Ein Symbolbild der Erde (Bild: Pixabay)

Ein in Seattle (Washington, USA) ansässiges New-Space-Unternehmen will im Januar 2024 seine ersten vier Satelliten in den Weltraum schicken: Hubble Network will in Zukunft eine Flotte von 300 Satelliten im nahen Erdorbit haben, um ein weltraumgestütztes Netzwerk für bluetoothfähige Geräte bereitzustellen, wie Tech Crunch am 31. Mai 2023 berichtete.

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Der CEO von Hubble Network, Alex Haro, sagte, das Unternehmen habe "technische Tricks" entwickelt, um Konnektivität in dieser Größenordnung überhaupt erst möglich zu machen. Dazu gehört die Senkung der Bitrate, also der pro Sekunde übertragenen Datenmenge. Zudem wurde das Design der Satellitenantenne neu überdacht. Anstatt eine einzige Antenne an der Seite eines Satellitenbusses anzubringen, verwendet das Unternehmen Hunderte von Antennen pro Satellit.

Das bedeutet, dass jeder Satellit Millionen von angeschlossenen Geräten unterstützen kann. Das Ergebnis ist ein Funksignal, das in einer Entfernung von etwa 1.000 Kilometern empfangen werden kann. Normalerweise können Bluetooth-Chips keine Signale über eine so große Entfernung wahrnehmen. Die Satellitennetzwerke erhöhen dies im Gegensatz zu terrestrische Netzwerke um fast zehn Größenordnungen.

Der Geschäftsführer ist davon überzeugt, dass sein Netzwerk andere Unternehmen dazu anregen wird, neue Anwendungen dafür zu entwickeln. Immerhin gibt es Milliarden von Bluetooth-Geräten auf der Welt.

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Erst vier, dann 68 Satelliten

Der Launch der ersten Satelliten soll mit der Transporter-10-Mission des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX erfolgen. Diese wird voraussichtlich im Januar 2024 starten. Anschließend möchte Hubble Network die ersten Pilotkunden an Bord nehmen.

Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre will das Unternehmen seine Konstellation auf insgesamt 68 Satelliten ausbauen. Die ersten vier Satelliten können zwar eine globale Abdeckung garantieren. Jedoch wird es laut Haro etwa sechs Stunden dauern, bis die Geräte am Boden aktualisiert werden können. Bei 86 Satelliten wird etwa alle 15 Minuten ein Satellit über dem Boden sein. Das sei eine Aktualisierungsrate, die für die überwiegende Mehrheit der Kundenanwendungsfälle ausreichend sei, erklärte Haro.