Raumfahrt: Frankreich will wiederverwendbare Rakete von Arianespace

Arianespace soll eine kleine wiederverwendbare Rakete entwickeln. Das Konzept kommt zu spät, ist zu klein und wirtschaftlich wie politisch fragwürdig.

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Das Prometheus-Triebwerk soll die neue Rakete antreiben.
Das Prometheus-Triebwerk soll die neue Rakete antreiben. (Bild: CNES)

Arianespace soll eine kleine wiederverwendbare Rakete entwickeln. Damit soll begonnen werden, "schlechte Entscheidungen der letzten 10 Jahre" wiedergutzumachen, wie der französische Wirtschaftsminister Bruno LeMaire von Le Monde zitiert wird. Die neue Rakete soll 2026 einsatzfähig sein und 500-1.000 kg Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit bringen können. Das ist vergleichbar mit der einst von SpaceX geplanten Falcon 1e oder der RFA One der Rocketfactory Augsburg.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: Frankreich will wiederverwendbare Rakete von Arianespace
  2. Frankreich nutzt Esa-Technik gegen andere Esa-Staaten

Die Entwicklung soll in einer neu gegründeten Tochtergesellschaft von Arianespace namens Maïa Space im französischen Vernon stattfinden, wo auch Teile der Ariane 6 und französische Interkontinentalraketen für das Militär hergestellt werden. Laut LeMaire sollen damit auch 100 Arbeitsplätze gesichert werden, die wegfallen sollten, weil die Integration des Vinci-Triebwerks in die Oberstufe der Ariane 6 nach Deutschland transferiert wurde. Frankreich ist laut Le Monde zu 56 Prozent an der Ariane 6 beteiligt, Deutschland zu 22 Prozent.

Zu der Rakete von Maïa Space sind bislang wenige Details bekannt. Sie ist offensichtlich politisch motiviert und befindet sich möglicherweise noch in der Definitionsphase. Die Rakete soll in der ersten Stufe ein Prometheus Triebwerk benutzen. Das methanbetriebene Prometheus wird in Frankreich seit 2015 entwickelt und seit 2017 von der Esa finanziert. Es war aber nie für den kommerziellen Einsatz vorgesehen. Der Name Prometheus ist ein Akronym für: "Vorläufer eines kosteneffizienten wiederverwendbaren Sauerstoff-Methan Antriebsystems".

Zu große Triebwerke machen Raketen unwirtschaftlich

Es wurde in Erwartung eines möglichen "Ariane Next"-Nachfolgers der Ariane 6 entwickelt und in Anlehnung an die Merlin-Triebwerke der Falcon 9 dimensioniert. Drei Prometheus sollen die Experimentalrakete Themis antreiben, die Raketenlandungen ähnlich der Grasshopper Rakete von SpaceX erproben soll. Der Zeitplan dafür wurde aber von 2022 auf 2024 verschoben und für die nächste Ariane-Generation gibt es noch gar keine festen Pläne.

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Eine kleine Rakete, die nur von einem großen Triebwerk angetrieben wird, hat große wirtschaftliche Nachteile. In der kommerziellen Raumfahrt ist es üblich, stattdessen 5-10 kleine Triebwerke pro Rakete in beiden Stufen zu verwenden, denn niedrige Produktionskosten lassen sich nur mit hohen Stückzahlen erreichen. Zu den wenigen Prometheus-Triebwerken wird Maïa Space noch ein neues Oberstufentriebwerk entwickeln und ebenso in kleinen Stückzahlen teuer herstellen müssen. Eine kommerziell konkurrenzfähige Rakete wird Maïa Space damit kaum entwickeln können.

Die Wiederverwendungspläne sind ähnlich unklar wie bei der Rocketfactory Augsburg (RFA), deren RFA One die gleiche Größe und Nutzlast haben soll. Diese Tatsache wird auch zu politischen Problemen führen.

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Frankreich nutzt Esa-Technik gegen andere Esa-Staaten 
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