Frankreich nutzt Esa-Technik gegen andere Esa-Staaten

Für eine wiederverwendbare Rakete im Stil der Falcon 9, aber mit nur 500-1.000 kg Nutzlast, ist Prometheus viel zu groß. Denn der Schub eines Triebwerks kann nur sehr begrenzt gedrosselt werden. SpaceX schaltet für die Landung 8 von 9 Triebwerken ab und selbst dann ist der Schub des verbleibenden Triebwerks fast noch zu groß für die Landung. Maïa Space müsste für eine Landung kleine Hilfstriebwerke benutzen, die die Rakete komplexer und teurer machen würden.

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Die zweite Option wäre, die Rakete mit Fallschirm im Meer zu landen oder in der Luft aufzufangen, wie die Electron von Rocketlab. Bislang wurde noch nie eine Raketenstufe nach Landung im Meerwasser wirtschaftlich wiederverwendet. Auch Rocketlab erwartet keine Geldeinsparung durch die Wiederverwendung der Electron, sondern nur eine höhere Produktionsrate mit den vorhandenen Fabriken. Hinzu kommt, dass die französische Rakete die vier- bis fünffache Masse der Electron haben wird und damit einen viel größeren Helikopter zum Auffangen benötigen würde.

Der Autor sieht politische Probleme

Vor allem ist die Rakete politisch problematisch, denn sie benutzt ein Triebwerk, das mit Esa-Geldern entwickelt wurde für rein französische Wirtschaftspolitik mit dem Ziel der Stärkung Frankreichs. Dabei wird sie in klare Opposition zu anderen kleinen Raketen von Esa-Mitgliedsstaaten positioniert, insbesondere den drei deutschen Raketenstartups und dem Vega-Hersteller Avio aus Italien, aber auch PLD Space in Spanien oder Orbex und Skyrora in Schottland.

Maïa Space ist am ehesten als Fortsetzung des als "Geo-Return" bekannten Verteilungsstreits von Geld und Arbeitsplätzen in der europäischen Raumfahrt aufzufassen. Gut ist immerhin, dass nun die Fehlentscheidungen in der Ariane-6-Entwicklung klar als solche bezeichnet werden. Andererseits kann bei den von Frankreich gewählten Methoden von einer europäischen Zusammenarbeit in der Raketenentwicklung endgültig keine Rede mehr sein.

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Es wird bei Arianespace schon lange mit viel mehr Konsequenz und Leidenschaft über Standorte, Auftragsvergabe und wenige hundert Arbeitsplätze gestritten, als über Technik, Leistung, Kosten und Nutzen der gebauten Raketen und Infrastruktur. Damit steht Arianespace immer mehr für ein europäisches Gegeneinander als für Kooperation und es muss gefragt werden, ob dieses politische Konstrukt noch eine Zukunft hat oder durch ein neu ausgehandeltes abgelöst werden sollte.

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 Raumfahrt: Frankreich will wiederverwendbare Rakete von Arianespace
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