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Raumfahrt: Flamingo-Angriff zerstört Teile von Sojus-Raketen-Fabrik

Ein ukrainischer Angriff auf Elektronik- und Endmontage der Sojus ist ein Schlag gegen militärische Infrastruktur und die altsowjetische Raumfahrt.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Der ikonische Anblick der Triebwerke in den unteren Stufen der Sojus (Bild: Nasa)
Der ikonische Anblick der Triebwerke in den unteren Stufen der Sojus Bild: Nasa
Inhalt
  1. Raumfahrt: Flamingo-Angriff zerstört Teile von Sojus-Raketen-Fabrik
  2. 69 Jahre flogen Satelliten statt Wasserstoffbomben

Zwei Flamingo-Marschflugkörper haben laut der ukrainischen Website United24(öffnet im neuen Fenster) rund 900 km von der ukrainischen Grenze entfernt Teile der Montagehallen für russische Sojus-Raketen angegriffen. Damit soll der Aufbau der russischen Rassvet-Satellitenkonstellation verhindert werden, die eine mögliche Alternative zu Starlink in Russlands Krieg gegen die Ukraine wäre, ebenso wie der Start weiterer militärischer Erdbeobachtungs- und Spionagesatelliten.

Eine vollständige Schadensanalyse gibt es noch nicht. Teile des Produktionskomplexes stehen in Flammen, in denen die Endmontage der Raketen und die Produktion der Elektronik(öffnet im neuen Fenster) stattfindet. Erst Satellitenaufnahmen nach Erlöschen des Brandes werden zuverlässige Aussagen ermöglichen, wobei der Brand an sich bereits ein deutliches Zeichen großer Schäden ist.

Die Sojus ist für Russlands Raumfahrt etwa so wichtig wie die Falcon 9 für die USA. Bislang flogen sechs Raketen des Typs im Jahr 2026, im vergangenen Jahr waren es zwölf. Im letzten Jahr vor der offenen russischen Invasion der Ukraine, 2021, starteten 22 Sojus-Raketen. Das war die höchste Startrate seit Ende des Kalten Krieges, als das Maximum im Jahr 1980 bei 64 Starts von Raketen dieses Bautyps lag.

Mehrere andere russische Raketentypen fliegen noch, aber keine in großen Stückzahlen. 2025 gab es vier Starts der Angara, darunter nur eine Angara-5-Schwerlastrakete aus fünf kerosinbetriebenen Boostermodulen. Die anderen drei waren vom Typ Angara 1.2, die aus nur einem Boostermodul mit Oberstufe bestehen. Davor flogen höchstens zwei Angaras pro Jahr, dieses Jahr bislang nur eine. Die Produktionskapazitäten der Boostermodule sind scheinbar stark begrenzt.

Nur noch eine Proton in drei Jahren gestartet

Als dieses Jahr eine Proton-Schwerlastrakete gestartet wurde, war es die erste seit 2023. Der Status der Produktionskapazität für die in der Nutzlast mit Proton oder Falcon-9 vergleichbare Sojus-5 ist unklar. Dabei handelt es sich um Zenit-Raketen, von denen ursprünglich wichtige Teile in der Ukraine hergestellt wurden und nun in Russland hergestellt werden. 2026 flog lediglich der erste Prototyp. Zusammen mit der Angara-5 ist das der dritte aktuelle russische Raketentyp dieser Gewichtsklasse, keiner wird in nennenswertem Umfang gebaut.

Die Nutzung der Kosmos-Raketen und einer Reihe umgebauter Interkontinentalraketen aus dem Kalten Krieg, wie Rockot, Dnepr und Tsyklon, wurde eingestellt. Die letzten beiden hatten mit 4,5 Tonnen etwa die halbe Nutzlast der Sojus und basierten auf der Interkontinentalrakete R-36, die noch immer Teil des russischen Militärs ist, aber durch die RS-28 Sarmat ersetzt werden soll.


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