Raumfahrt: Firefly startet Rakete in Rekordgeschwindigkeit
Um 4:28 mitteleuropäischer Zeit hat die Amerikanische Raumfahrtfirma Firefly erfolgreich die Mission Victus Nox für die amerikanische Spaceforce gestartet.(öffnet im neuen Fenster) Zuvor hatte sich die Firma verpflichtet, ihre Firefly-Alpha-Rakete jederzeit in wenigen Tagen startklar machen zu können. Das gelang auch und die Rakete hob im ersten möglichen Startfenster ab. Es war außerdem die erste vollkommen erfolgreiche Mission für Firefly.
Das US-Militär sucht schon länger nach Möglichkeiten, Satelliten ohne längere Vorlaufphase starten zu können. Normalerweise werden Starts über Monate oder Jahre im Voraus geplant. Für Victus Nox wurde hingegen zumindest offiziell vereinbart, dass sich die Firma ab dem 30. August 2023 über die kommenden 6 Monate für den Start bereithalten solle.
Sobald die Spaceforce einen Satelliten starten will, gibt sie der Firma Bescheid. Diese hat dann laut Vertrag 60 Stunden Zeit, um die Nutzlast abzuholen und in die Rakete zu integrieren. Anschließend gibt die Spaceforce die Flugbahndaten bekannt, woraufhin die Rakete innerhalb von 24 weiteren Stunden für den Start im nächstbesten Startfenster bereit sein muss. Insgesamt vergingen nach Bekanntgabe der Bahndaten 27 Stunden bis zum Start von Victus Nox, inklusive 3 Stunden Wartezeit, bis zum Startfenster.
Die Spaceforce war wohl rücksichtsvoll
Über den Verlauf der 60 Stunden dauernden ersten Phase war nichts zu erfahren. Es bleibt damit abzuwarten, ob solche Starts genauso reibungslos verlaufen, wenn die Firma tatsächlich über mehrere Monate startbereit sein muss. Die Spaceforce dürfte für diesen ersten Testlauf des Startverfahrens mit Absicht große Rücksicht auf das Unternehmen genommen haben, das erst den dritten Raketenstart überhaupt unternahm.
Der erste Start einer Firefly Alpha misslang durch einen Triebwerksausfall völlig und die zweite Rakete setzte die Satelliten in einem zu niedrigen Orbit aus. Die Mission von Victus Nox verlief hingegen reibungslos, inklusive einer zweiten Zündung der Triebwerke der Oberstufe, um sie wieder aus dem Orbit zu entfernen. Anders als bei besser vorbereiteten Missionen gab es keine Liveübertragung des Starts, der aber vom Boden aus beobachtet wurde.(öffnet im neuen Fenster) Die nächste Firefly-Alpha-Rakete soll im November starten.
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